Thriller 2016

November 2016

Der Angstmann“

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Dresden 1944 – es ist Krieg, die Menschen harren in Bombennächten in Kellern aus,  sie hungern und warten auf das Ende des Krieges. Plötzlich wird die Leiche einer jungen Frau entdeckt, grausam zugerichtet finden sie zwei Jungen in einem Bootsschuppen …. trotz des Krieges beginnen die polizeilichen Ermittlungen. Dann passiert ein weiterer Mord und die Menschen haben dem Täter einen Namen gegeben: der Angstmann.

Wo sollen die Ermittlungen beginnen? Es zieht sich, das Jahr 45 – immer noch keine Spur, dann die Nacht, die Dresden brennen lässt, alles liegt in Schutt und Asche, Menschen brennen und der Angstmann: er schlägt wieder zu ….

Die Russen besetzen die Stadt, es herrscht Angst und doch will der ehemalige Polizist nicht schweigend zusehen, wie weitere Opfer gequält und misshandelt aufgefunden werden …. er sucht den Kontakt zu den Russen, denn die Leiche, die man fortschaffen ließ, sie passt in das Schema des Angstmannes. Also hat er die Bombennacht überlebt.

Der Autor hat etwas Unglaubliches geschafft, er packt Geschichte und Thrill in ein Buch und es geht auf, es ist wie Magie, man liest und will wissen, was passiert, man erlebt das Grauen des Krieges, spürt den Hunger und riecht den Staub und nebenbei packt einen die Gänsehaut, es graut einem als Leser – genial und dafür meine absolute Leseempfehlung.

erschienen bei dtv- Verlag 2016

 

„DIE AKTE ZODIAC“

  

Für alle Thrillerliebhaber ist dieses Ebook ein Muss, aber ich muss gleich zu Beginn einen Kritikpunkt anbringen: es sind vier Teile. Na und ? Werdet ihr erstaunt fragen und mich erinnern, dass es ja nun oft mehr als einen Teil gibt und ja ihr habt recht, aber hier hat jeder Teil nur wenige Seiten und man muss sofort den Kaufbutton drücken und will die nächsten, keine Ahnung 100 Seiten lesen. Aber nun zu einer genialen Story:

Ein junges Liebespaar wird grausam auf dem Parkplatz getötet, mitten im Liebessspiel überrascht der Mörder sie. Fatal, dass sie verheiratet ist und der Ehemann natürlich nichtsahnend zu Hause sitzt und dann mit Mordverdächtigungen konfrontiert wird. Dann der nächste Mord – ist es ein Serientäter? Die Ermittlungen in Köln laufen auf Hochtouren, ein Profiler wird dazu gerufen und er erkennt eine Verbindung. Zodiac! Ein Massenmörder, der in den USA in den 60ern sein Unwesen trieb und somit ist klar, wo ungefähr, der nächste Mord geschehen wird. Doch auch, wenn man ein Gebiet einkreisen kann, man kann auch den nächsten Mord nicht verhindern.

Gleichzeitig gibt es in einem Internat eine kleine Gruppe Jugendlicher, die Morde faszinieren. Sie tüffteln in alten Mordfällen und auch sie erkennen Verbindungen und plötzlich sind sie in Gefahr.

Profiler Marko kommt dem neuen Zodiac verdammt nahe und begibt sich ebenfalls in Gefahr – Autor Linus Geschke hat mich absolut gefesselt. Seine Art zu schreiben begeistert und macht Lust auf viel, viel mehr von ihm. Ihr werdet es lieben!

„ALS DER TEUFEL ERWACHTE“ 

Kein Thema hat die Menschen im vergangenen Jahr mehr bewegt, wie das Thema der Flüchtlinge. Was haben wir Menschen darüber diskutiert, wie unser Land diese Menge an Menschen schaffen soll, was haben wir Mitleid gehabt, als wir Bilder von Flüchtlingsbooten, die völlig überfüllt waren, gesehen haben und was haben wir alle über Frau Merkels „wir schaffen das “ gelächelt – doch was hat eine Autorin für Mut, wenn  sie dieses heikle Thema in einen Thriller? Jennifer B. Wind wagt es und zwingt den Leser, auf die Reise zu gehen. Sie lässt dich zum einen Samir sein und mit ihm Syrien verlassen, auf einem vollgepferchten Flüchtlingsboot, kann man Willkür und Grausamkeit erleben und schon das ist eigentlich Thrill. Das Boot kentert, Samir gelingt es irgendwie halbtot an Land zu gelangen, er wird gepflegt und wird in den nächsten Alptraum gestoßen werden.

In einem zweiten Handlungsstrang lernst man als Leser Nesrin kennen und lieben. Die für mich kleine, starke Frau, die flieht, weil sie keines ihrer verbleibenden Kinder mehr begraben möchte. Weil sie leben möchte, ohne Angst vor Morgen zu haben. Ihre Odyssee, ein weiteres spannendes Kapitel, doch nicht genug. Das alles muss und wird ein packender Thriller, denn da gibt es Menschen, die mit diesen Schicksalen Geld verdienen wollen. Erinnert ihr euch an die Bilder des LKW’s in Österreich, in dem über 70 Menschen starben, weil sie erstickten? Die Autorin lässt kranke Geschichten, nach wunderbarer Recherche Arbeit in ihrem Thriller einfließen und zeigt dem Leser, was Menschen bereit sind zu tun, nur für ein Leben ohne Angst.

Jutta, eine Polizistin, die nach dem Tod ihres Mannes sich selbst nicht mehr richtig vertraut und sich selbst nicht mehr lieben kann, ist auf der Suche nach ihren Wurzeln, genauer gesagt nach ihren Vater, als sie zurück zu ihrer Arbeit auf dem Posten muss, denn es gibt zwei Tote in einem Kofferraum und irgendwann ist klar: es waren Flüchtlinge. Sie wird mit ihren Kollegen eine Entdeckung machen, die haarsträubend ist und die den Leser an die Seiten fesselt. Man liest, blättert schockiert weiter und kann eine Auflösung kaum erwarten.

Am Ende bleiben Fragen im Kopf, Fragen unser Leben betreffend – die Gänsehaut und der Nervenkitzel sind noch Tage danach bei Gesprächen wieder fühlbar und das Wissen: Man kann aus dem Thema Flüchtlinge einen Thriller der Extraklasse machen.

Darum : absolute Leseempfehlung und 5 Sterne plus! Ich danke dem Emons Verlag für das Bereitstellen eines kostenlosen Leseexemplars!

Der Weg zum Buch:

  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: Emons Verlag (22. September 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3954519801
  • ISBN-13: 978-3954519804

 

Der Suhrkamp Verlag bot mir diesen Thriller von Andreas Pflüger an und auch hier kann ich eindeutig fünf Sterne vergeben. Das Cover ist schlicht, doch das Gelb macht es lebendig und lebendig ist auch die Hauptprotagonistin, obwohl sie es eigentlich nach einen Einsatz in Spanien nicht mehr sein sollte. Wer genauer hinschaut erkennt in den gelben Punkten auch etwas Besonders – in Blindenschrift steht der Titel noch einmal da und ich sage „Daumen hoch“.

Jenny war eine junge und sehr erfolgreiche Polizistin, die, durch ihren Vater inspiriert, im Ausland auf der Suche nach geraubten und unauffindbaren Kunstgut vor dem Deal ihres Lebens stand. Doch dieser geht schief. Ihr Partner und der Mann, dem sie eigentlich ihr Herz geschenkt hat, wird schwer verletzt, Kollegen sterben und Jenny? Jenny verliert ihr Augenlicht. Das Leben bleibt kurz stehen. Was soll sie tun? Wie soll sie im Alltag zurecht kommen? Wut, Verzweiflung, Todessehnsucht – ist Selbstmord ein Ziel?

Dieser Thriller hat mich berührt, denn das was Jenny erlebt, ist so etwas von authentisch. Ich lebe seit vielen Jahren mit nur einem Augenlicht und  vor 6 Jahren verweigerte auch mein rechtes Auge so langsam immer mehr seinen Dienst. Ich weiß, was es heißt, diese Angst zu fühlen. Der Autor hat es so packend geschrieben, das die Gänsehaut der Erinnerung mich plagte. Doch Jennys Vater ist hart, er ermutigt sie, er tritt ihr in den Hintern und ja es ist wichtig, dass es jemanden gibt, der kein Mitleid mit dir hat.

Jenny wird zurückkehren, denn ihre Sinne sind geschärft und sie geht nach Berlin, um an einen neuen Fall zu arbeiten. Sie, die erste blinde Fallanalytikerin, ahnt nicht, dass sie dort mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird, sie ahnt nicht, was damals wirklich passiert ist und sie wird Nick wieder treffen,dem Mann, den sie nie gesagt hat, dass ihr Herz ihm gehört.

Spannend blättert man weiter,  rennt durch diesen Thriller, leidet, ermittelt und ist mitten im Geschehen! Ich spreche eine klare Leseempfehlung aus!

Endgültig,  Suhrkamp Verlag; 469 Seiten, erschienen: März 2016

 

 

 

tHrilLeR – ich habe euch erzählt, dass ich für das Team Thriller lese und auf lovelybooks diese Rezensionen immer wieder in der Challenge für mein Team gemeldet habe. Das Jahr 2016 war das Jahr, wo ich der Thriller ein wenig überdrüssig war, bis jetzt, denn jetzt kam Jutta und sie hat geschafft, was über 50 Mitglieder meines Teams bis Juli vergeblich versuchten, ich lebe und liebe wieder für Thriller. Jetzt kommen hier also meine Rezensionen für Thriller und eben dieser eine, mich wieder voll überzeugende Thriller, soll die erste Rezension hier bekommen.

 

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Im Rahmen einer Leserrunde schrieb Jutta mich an und fragte, ob ich Lust habe ihr Buch zu lesen und zu rezensieren und ja ich wollte mal wieder einen Thriller lesen, ich hoffte so sehr mal wieder Gänsehaut zu fühlen und Spannung und ich wurde nicht eintäuscht.

Worum geht es? Der Journalist Jakob kommt von einem spannenden Auftrag nach Hause, freut sich auf Frau und Tochter, doch die Wohnung ist leer. Er grübelt und erinnert sich vage an das letzte Telefongespräch, was mal wieder viel zu kurz und zu oberflächlich war. Klar, sie wollten umziehen, aber doch erst, wenn er da ist, oder? Tausend Fragezeichen spielen Ping Pong mit seinen Hirnzellen. Das Handy der Frau ist aus und dann ist da dieser Satz: Schuld bist du! Bildet er sich ein, ihn zu sehen? Ist der mit Blut geschrieben? Nein – oder? Es kann nicht sein. Er beschließt zum Haus zu fahren, doch auch dort wird er niemanden finden. Im Gegenteil wieder wird er damit konfrontiert, dass er schuld ist. Aber woran? Hat er seine Frau doch zu sehr vernachlässigt? Hätte er doch weniger Zeit in den Job inverstieren sollen. WARUM geht sie nicht an das Telefon?

Dann entdeckt er die Leiche eines Kindes, überstürzt eilt er davon, er kann nicht begreifen, was er gesehen hat und ich verrate euch, es wird nicht die einzige Kinderleiche sein, die er sieht und immer wieder dieser Spruch: „Schuld bist du…“

Als Leser bin ich in diesen Thriller gefallen und habe die Seiten fasziniert und voller Spannung verschlungen. Ich konnte nicht aufhören zu lesen, Jutta entbehrte mich von allen Aufgaben und es gab in meinem Kopf nur ein Ziel: Ich muss wissen, was passiert ist. Ich will wissen, woran er schuld ist.

Am Ende habe ich das Buch sprachlos beiseite gelegt und für meine Leser auf Lovelybooks folgendes geschrieben: „Schuld bist du“ – ein Satz, den wir immer mal wieder während unseres Lebens hören und über den wir oft nachdenken oder den wir oft gern weitergeben. Hier hat er einen tieferen Sinn, hier kommt alles zusammen und ich kann diesen Thriller allen Liebhabern echt empfehlen. Er wird euch fesseln und begeistern und am Ende mit einen „Ah, nein … mein Gott“ auf den Lippen sprachlos zurücklassen.

Unser Alltag ist oft von Hetzerei und Oberflächlichkeit geprägt – vielleicht lässt der Thriller eure Welt ein wenig langsamer werden, euch über Dinge nachdenken und die kleinen Freuden des Lebens wieder mehr genießen. Vielleicht wird er euch erinnern, dass ihr gern noch ein Gespräch führen würdet, dass es da noch eine Lücke in der Vergangenheit gibt, eine Frage, einen Menschen…. Es wäre schön, wenn „Schuld bist du“ euch auch dieses Gefühl der Dankbarkeit für das Leben geben kann, wie es es mir gegeben hat.“

In diesem Sinne sage ich auch hier: Danke liebe Jutta Maria Herrmann!

Schuld bist du – Knaur Verlag; Seiten 352, erschienen: Juni 2016