MEXIKO 2019

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Der Käfer – er gehört zu Mexiko, wie der Sombrero und die Sonne, wie faule Leguane und Menschen, die zahnlos am Straßenrand stehen und alles mögliche an Essen verkaufen …. Mexiko ist bunt ……

Ein neues Reiseabenteuer ist leider schon wieder zu Ende. Für mich dieses Mal erst im Nachhinein die Zeit über die Reise zu reden. Mexiko ist so riesig, dass es, ähnlich wie in Kanada, mehrere Reisen geben wird. Hier nun unsere Erste.

Jeder, der meinen Blog oder mich kennt, weiß, Geschichte ist ein weiterer Teil, der sehr wichtig in meinem Leben ist und so stand diese Reise ganz im Sinne der Wissenserweiterung. Mexiko, das sind Mythen und Geschichten rund um die Maya, es ist Faszination und der Reiz, dass man versucht zu verstehen, wie diese Menschen solche Dinge wissen konnten. Es wird vieles für immer ein Rätsel sein, aber vielleicht kann ich jetzt Dinge anders betrachten, Dinge verstehen, nachdem ich 7 wichtige Mayastätten besichtigt habe.

Unser Flug landete pünktlich in Cancun, doch dann begann ein Teil der Reise, den ich gern streichen möchte. Wir hatten unser Auto bereits in Deutschland bei Hertz gemietet und waren uns sicher, nach einer halben Stunde sind wir on tour. Falsch! Hertz in Cancun zeigte uns eine andere Welt, am Schalter am Flughafen bekamen wir die Info, dass wir nach draußen gehen sollen, dort würde jemand mit Schild stehen. Stimmt der stand, er verfrachtete uns in einen Kleinbus und dann warteten wir auf den Rest der Besatzung. Erst später erfuhren wir, dass die Autovermietung am anderen Ende des Flughafengeländes ist und wir dorthin gebracht werden. Dort angekommen, dachte ich, ich schaue falsch. Ehrlich, eine Menschenschlange jenseits von allem, was wir bis dato erlebt hatten und die Mitarbeiter? Es gab 3, die arbeiteten, der Rest machte einen guten Eindruck. Allerdings kann ich das Arbeitstempo nicht beschreiben, dann würde ich noch 2 Jahren an dieser Seite sitzen. Unbeschreiblich,  ….. keine Stühle, keine Sitzgelegenheit, schlechte Luft und unruhige Menschen – doch 3 (!!!!!) Stunden später bekamen wir unser Auto. Ich würde euch jetzt gern sagen, dass wir starten konnten, Details der Diskussionen über angeblich nicht gebuchte Versicherungen enthalte ich euch lieber, doch: neben dem Auto stehend konnte selbst ich erkennen, dass unser Gepäck größer als der gNZE Wagen war, doch der nette Mexikaner mühte sich trotzdem ab. Fazit: Wieder rein und nach einer ordentlichen Ansage bekamen wir einen VW Jetta.  

Es war mittlerweile nach 23. 00 Uhr und wir wollten nur noch ins Hotel, Abendessen war Luxus, doch die nächste Katastrophe war schon da, das Navi war ein Alptraum. Egal – wir kamen trotzdem an und so checkten wir kurz vor Mitternacht ein. Schade Cancun, wir hätten gern noch etwas von dir gesehen ….. Denn am nächsten Morgen ging es los. Auf nach…..

unsere erste Maya Stätte - wir waren echt aufgeregt!
Dies ist die einzige Maya Stätte, die man bislang gefunden hat,
die am Meer liegt. 

Die Fahrt nach Tulum führte uns an einer wunderbaren Küstenlandschaft entlang und immer wieder wiesen Schilder auf Cenoten hin. Cenoten wurden hier im Bundesstaat Yucatan angelegt, um Wasser zu sammeln, denn der Bundesstaat hat keinen einzigen eigenen Fluss oder gar einen See oder Teich. So nutzte man diese zum Sammeln von Wasser oder auch um Opfer zu bringen, immer in der Hoffnung, dass die Götter einsehen haben und es regnen würde.
Wir waren früh aufgestanden und so erreichten wir Tulum gegen 9.30 Uhr – wir zahlten unseren Eintritt und dann lag es vor uns. Ein Gelände, welches so riesig erschien. Immer wieder ragte eine neue Ruine vor uns empor und man kann heute noch deutlich die verschiedenen Ränge erkennen. So lebte das einfache Volk mehr am Rande und die Gebäude waren schlichter. Am Ende stehen wir oben am Meer, schauen von den Ruinen auf die Karibik und sehen die Gebäude, mit denen die Maya ihren Kalender nutzten und erfanden, sie lebten mit der Erde und waren Genies im Thema Astronomie.
Die Karibik ist so blau, wie wir sie vorher von Fotos kannten. Meine Kamera fängt Säulen, Gebäudeteile, Echsen und die tanzende Sonne über dem Meer ein.
Man glaubt, dass die Blütezeit dieser Mayasiedlung erst spät zwischen 1200 und 1521 lag. Riesige Mauern umsäumen die Stadt und man vermutet, dass Tulum eine wichtige Handelsstadt war. Das Wort Tulum übersetzt, heißt übrigens „Mauer“ und Mauern gibt es hier viele – meist zwischen 4 und 5 Metern dick säumen sie den Stadtrand

Ab 12 Uhr mittags bevölkerten die Reisegruppen diese Mayastätte immer mehr. Deshalb entschieden wir uns weiter nach Coba zu fahren, denn schließlich sollten dort die ersten Tempel stehen.

–> Reisetipp: früh am Morgen in Tulum sein, denn Cancun ist so nahe, dass alle Reiseunternehmen diese Stätte anfahren.

unheimlich viele alte Gebäude befanden sich hier
um Tageszeiten näher zu bestimmen, gab es Fenster zum Meer
Tulum bietet aber noch mehr, man kann gemütlich einkaufen und lecker Eis essen oder eben einfach Spaß haben.
Jaaa, da kann man (n) sorry Frau lange warten *lach*
13 Mal müssen sie die Maya drehen, bevor sie die Erde wieder betreten. Während die 4 Männer herabgleiten und sie drehen, trommelt oben ein weiterer.

COBA

Die Fahrt nach Coba führte uns wieder weg vom Meer, weiter Richtung Inland. Ich war gespannt, laut meinen Recherchen sollte es hier ganz anders aussehen, als in Tulum. Und ja, …

Coba liegt mitten im Dschungel und ich verliebte mich sofort. Es erinnert mich so sehr an Costa Rica. Das Gelände der Ruinen hier sollte, laut Reiseführer, riesig sein und deshalb kann man sich Räder mieten. Doch wir wollten laufen. Neben einer alten Kirche, gab es auf einem anderen Weg den ersten Tempel zu sehen, einen Ballspielplatz und vieles mehr. Wir studierten die Karte und eroberten die Anlage.

durch diesen Gang liefen wir und es war, wie der Gang in eine andere Welt.
Ein kleiner Ballspielplatz – diese Spiele fanden statt, um den Herrscher zu unterhalten. Die Verlierermannschaft wurde geopfert.
es sieht so unscheinbar aus, aber am Ende sind es mehr als 130 Stufen, die ich mir leider noch nicht zutraue. ( dafür aber unsere Tochter)

Auch an diesem Foto erkennt man, dass Coba ein Ort ist, der von vielen Touristen besucht wird, doch es lohnt sich wirklich. Am Ende haben wir bereits mehr als 8 Kilometer zurückgelegt und gönnen uns für die Heimfahrt einen Ritschkafahrer.

Dieses Foto zeigt einmal mehr, wie wunderschön die Umgebung der Ruinen ist.
auf Lianen schaukeln … auch das geht hier
Ritschka fahren!
Der Weg ist sehr uneben, Wurzeln, dazu Touristen, die kaum auf die Fahrer achten, entgegenkommende Fahrer …. er schnaufte und trampelte – wir genossen!

—> Achtung: Die Ritschkafahrer bekommen das Geld nicht selbst, man zahlt am Ende an einer kleinen Hütte. Auch die Preise stimmen nicht, auf unsere Frage, was denn die Rückfahrt kosten würde, bekamen wir die Info 25 Peso pro Person, am Ende waren es aber 75. ( immer noch billig, aber …)

Nach einer weiteren Autofahrt erreichen wir unser Hotel. 
246 km waren es an diesem Tag.

Unsere Nacht verbringen wir im Ecotel Quinnta Regia

Valladolid

Diese Stadt ist die drittgrößte in Yucatan, sie ist ruhig und man mag das Flair der Stadt. Die Hotelanlage ist wunderschön, überall findet man Dinge, die man mit den Maya verbindet. Skulpturen, Steine …. Pflanzen blühen, alles ist weitläufig – wir beschließen in unserem Hotel zu essen. Leider gibt es die Speisekarte nur spanisch, der Kellner spricht auch nur spanisch und wirkliches Interesse scheint er sowieso nicht an Kundschaft zu haben. Schade, denn der Ort selbst ist wunderschön. Das Frühstück am nächsten Morgen ist ähnlich, obwohl uns wunderbare Tiergeräusche und auch ein Schulchor, der irgendwo hinter den Mauern am Ende der alten Bäume gewesen sein muss, das Gefühl von Urlaub vermitteln, so ist die Lustlosigkeit der Kellner erneut etwas, dass stört. Wir verlassen den Ort und reisen weiter.

Chichen Itza

Deshalb kamen wir zu früh im Villas Arqueogocas Chichen Itza an, trotzdem wurden wir mit einem Willkommensdrink begrüßt und konnten in unser Zimmer. Doch da blieben wir nicht lange, denn die nette Dame an der Rezeption hatte sich um einen Guide gekümmert und so liefen wir (ja, wir können die kurze Strecke zu Fuß zurücklegen) zu den Ruinen von Chichen Itza.

Kaum, dass wir die Anlage betreten hatten, ragte vor uns die Pyramide des Kuculcan. Ich lasse dann einfach die Fotos sprechen, denn ich finde noch immer nicht die richtigen Worte. Ich war sprachlos. Diese Pyramide soll 800 vor Christi errichtet wurden sein und später wurde die Anlage immer wieder erweitert.

Wir betreten die heiligen Stätten …
Was ist es wunderbar, ich sehe dieses Foto und fühle die Energie und Kraft, die dort herrschte!
Unser Guide erklärte mit Zeichnungen, wie es ausgesehen haben mag!
Diese gefierte Schlange schmückt den Tempel, oben an den Reliefs stehen Krieger, doch seitdem 2006 eine Frau die Treppen abstürzte und an ihren schweren Verletzungen starb, darf man diese Pyramide nicht mehr besteigen.


Keine Ahnung wie die Maya solche Dinge errichten konnten, unvorstellbar, dass diese Tempel über Jahrhunderte vom Dschungel überwildert waren – dankbar, dass ich das sehen darf!

Zu diesem Tempel muss ich euch noch etwas unglaubliches berichten.  Dieser Tempel ist eigentlich ein riesiger Kalender! Ja, da staunt ihr oder und fragt euch wie. doch hört mir zu, ich verrate es euch gern: 

Jede der neun Ebenen wird durch eine Treppe in zwei Hälften geteilt. Dadurch entstehen 18 separate Terrassen. Diese entsprechen den 18, bzw. 20 Monaten des Haab-Jahres der Maya. Die vier Treppen haben 91 Stufen, addiert man die obere Plattform dazu, ergibt dies die Zahl 365. Die Anzahl der Tage im Jahr! 

Doch damit nicht genug, unser Guide weiß noch mehr. An den Tagen der Tagundnachtgleiche im Frühjahr und Herbst  erzeugen Licht und Schatten an der Nordseite eine Reihe von Dreiecken, so dass es ausschaut, als würde die Schlange kriechen. 

Dieses Foto zeigt euch die Gruppe der 1000 Säulen. Man geht davon aus, dass ein Teil davon als Stützen einer Art Markthalle dienten und die anderen als Ruhmesort für Krieger, da diese aufwendig verziert sind.

Nach mehr als 3 Stunden verlassen wir die Ruinen und gehen zurück in unser Hotel. Ich möchte euch dieses nicht vorenthalten, deshalb hier einfach einmal ein paar Eindrücke.

genau vor unserem Zimmer befand sich der Pool, 
nach einem Kaffee liefen wir wieder vor zum Ausgang. 
überall gemütliche Ecken zum Kaffee trinken oder lesen ….
Vor dem Hotel befinden sich diese witzigen Stühle! Und ja, ich liebe ihn!!!

Cenote

Die ganzen Tage geisterte schon der Gedanke in unseren Köpfen, dass wir in einer Cenote schwimmen wollten. Chichen Itza bot uns die Möglichkeit. Leider war es schon sehr spät am Nachmittag, so dass unheimlich viele Andere, den gleichen Gedanken hatten. Egal -es war trotzdem ein unheimlich cooles Erlebnis.

Hunderte Artefakte wurden aus Cenoten geborgen und wir konnten in einer schwimmen.

Am nächsten Morgen reisten wir weiter und erreichten

Itzamal – die gelbe Stadt

Gelb ist Energie, gelb ist Leben, gelb bin ich – es war einfach ein absolutes Muss in diese Stadt zu fahren und bis zu meiner Ankunft bezweifelte ich echt, dass hier alles gelb sein soll. Doch, really – es ist alles gelb.

Kurz nach unserer Ankunft parkten wir das Auto und liefen zu Fuß weiter. An einem kleinen Obststand kauften wir 2 große Becher frisch-geschnittenes Obst für 50 Cent und setzten uns auf eine Bank, um einfach dieses Flair zu genießen. Leute, es ist einfach echt ALLES gelb in dieser Stadt!

hier bin ich zu Hause ,-)
ja, auch dieses Pferd passt sich der Stadt an!
Leider fand sich weder ein Englisches, noch ein Deutsches …

M

Wir kauften einen Maya Stein, eine Maske, schlenderten durch das Fransikaner Kloster und atmeten all die Gerüche ein, denn in jeder Ecke kochte, grillte oder brodelte etwas und Geräusche, die möchte ich nie wieder vermissen. Ich will in ein paar Jahren diese Fotos betrachten und das wieder fühlen, was ich hier erleben durfte.

Merida

Nach 126 km erreichen wir Merida, die Stadt, die das kulturelle Zentrum der Halbinsel Yucatan ist. Unzählige schmale Straßen und Plätze empfangen uns und wir zirkeln und zirkln, weil wir unser Hotel nicht finden. Es liegt gegenüber der großen Basilika, doch irgendwie finden wir es nicht. Wir fragen, zirkeln weiter und fragen erneut. Die Nerven liegen blank. ( was wäre es schön, wenn wir ein Navi hätten, das funktioniert) Am Ende entdecken wir es doch noch, checkten ein, um kurz darauf schon wieder in einem Cafe zu sitzen.

Später besichtigen wir die Kathedrale, sie wurde an der Stelle errichtet, an der sich ein Tempel befand. Die Steine der Kirche sind jene, die Maya nutzten, um diesen Tempel zu bauen. Er stand da, bis die Spanier kamen – die zwischen 1561 und 1598 dieses riesige Gebäude bauten.

Merida ist laut und bunt und überall sind Touristen. Das liegt bestimmt auch an den berühmten Festspielen, die jedes Jahr im Januar hier stattfinden. Durch Zufall findet unsere Reise genau in dieser Zeit statt. Am Abend erlebten wir, wie ein Mayakrieger auf der Plaza zu einem Balkon hoch spricht, wo ein Herrscher steht. Er klagt ihn an, warum alle Schriften vernichtet, warum alle Kultur zerstört wurde. Der Herrscher entgegnet, dass er doch froh sein kann, dass sie die Steine der Mayabauten nutzten, um Häuser zu bauen, Straßen zu befestigen …der Maya entgegnet, dass die Dinge zwar zerstört wurden, aber der glaube und die Kultur immer in ihnen weiterwohnen werden. Es ist nur ein Theaterstück, aber ich habe Gänsehaut und Tränen in den Augen. niemand sollte das Recht haben andere Kulturen zerstören zu können. Wie viel könnten wir heute von den Maya lernen, vieles anders sehen oder verstehen …

ER klagt an …
und er versteht nicht, hat er nicht ein prächtiges Haus aus den Steinen der Mayagebäude errichtet!????
da bin selbst ich mal klein!
Diese Schilder mochte ich schon in Panama!
die Kathedrale
Wir liegen am Pool und können rüber zur Kathedrale schauen – das Hotel Caribe macht es möglich!
Die Stadt wirkt mehr als spanisch, sie ist es irgendwie.
DEN muss ich euch zeigen. Da passen echt 2 Mann rein, okay, zwei Mexikaner ….. und um euch mal zu zeigen,wie so ein Mexikaner neben mir ausschaut, kommt dann gleich noch ein Foto +grins’*

Nach 2 Tagen verlassen wir Merida und stoppten an einem Ort, der seinesgleichen sucht.

Celestun

Sonnenverwöhntes, kleines Fischerdorf – was wollten wir wohl hier? Ganz klar, wir wollten Flamingos sehen. Wir haben keine Zeit Strände zu besuchen, wir mieteten uns ein Boot ( umgerechnet 20 Euro) und ab geht es. Schon in der Ferne sind die Strände der gegenüberliegenden Inseln rosa – unser Herz klopft. Unser Bootsfahrer ist jung und er mag wohl meiner Tochter imponieren. Er dreht den Motor auf und wir düsen über das Meer.

und dann sind wir da. Wahnsinn – alles ist pink!

Überall wohin wir sehen, findet unser Auge Flamingos. Doch halt, was war das denn??? Unser Guide startete den Motor erneut und düste weiter – dabei hatten wir gerade einmal 10 Minuten dort verbracht.

Wir steuerten eine weitere Insel an und konnten beobachten, wie albern es ausschaut, wenn ein Flamingo losfliegt. Es schaut aus, als würden seine Beine völlig unkontrolliert über das Wasser laufen wollen. ( ich weiß, das Foto ist nicht so besonders … aber es musste schnell gehen)

… und was bitte ist das denn??

Pelikane! Wahnsinn und was läuft da zwischen den Flamingos? Ein Flamingobaby und jetzt, hier in Mexiko lernte ich, dass Flamingos ihre Farbe ihrer Nahrung verdanken und je mehr sie von diesen roten Schalentieren oder hier kleinen Würmern essen, desto dunkler werden sie! Genial!

Die Pelikane hier sind übrigens Kanadische! Sie verbringen den Winter hier und später werden wir noch mexikanische Pelikane sehen können.

Nachdem wir noch verschiedene Wasservögel beobachten konnten, startete er sein Boot erneut und bretterte über das Wasser . Plötzlich zog er eine Schneise und wir bogen in einen Mangrovenwald! Was für ein Abenteuer.

An einer Stelle befand sich eine Süßwasserquelle in dem Mangrovenfluß. Er stoppte und wir liefen über Stege dahin. Dort trafen wir eine Kanadierin und kamen ins Gespräch. Sie fragte, ob wir wissen, wie Mangroven wachsen und erzählte, dass ihr Guide es ihnen erklärt hatte. Gemeinsam gingen wir über den Steg, plötzlich hob sie ein bohnenähnliches Teil hoch und meinte, schau, es ist die Frucht der Mangrove. Irgendwann stellt sie sich hin und es wachsen Wurzeln dran. Kaum zu glauben, wie unsere Natur funktioniert. Kurze Zeit später sehen wir eine frische Auferstandene ,-)

Uxmal

Unser nächster Stop war das Maya Resort in Uxmal. Laut Reiseführer kann man von den Fenstern des Hotels die riesige Ruinen- und Tempelanlage sehen. Wir waren gespannt und obwohl wir es kaum glauben konnten, es ist so. Dieses Hotel ist eine absolute Empfehlung von uns.

Doch zuerst muss ich euch etwas über diese Tempelanlage erzählen. Uxmal – spricht man Usch-mahl – ist eine riesige Anlage, auf einem hügeligen Gebiet und ich war einfach nur geflasht, sprachlos von so viel Schönheit und Perfektionismus. Uxmal hat einen riesigen Tempel, der 35 Meter hoch ist. Übersetzt man seinen Namen “ Casa del Adivino“ heißt dieser „Haus des Zauberers“. Der Tempel hat eine ungewöhnliche Form, irgendwie oval. Dieser Tempel hier zeigt die restaurierte Version des 5. Tempels. Die Steine sind rund, es wurde sehr viel Zement benutzt, um diese zusammenzuhalten. Die vier früheren Tempel wurden durch die Maya komplett überbaut. Es war irgendwie typisch, dass sie immer wieder Tempel überbauten.

Ahnt ihr, wie ich mich gefühlt habe?
unsere Selfiequeen!!!

Ich weiß nicht genau, wie viele Gebäude/Ruinen dort standen, aber es war gigantisch. Es gibt ein Haus der Schildkröten. Lauter kleine Schildkrötenpanzer verzieren dies, wir lernten, dass die Maya diese mit dem Regengott assoziierten. Sie brauchen das Wasser genauso dringend wie Menschen.

Ein anderes Gebäude hat 74 Innenräume – man geht davon aus, dass dies eine Art Militärakademie war.

Wir reisten weiter durch den Bundesstaat Campeche und erreichten nach Edzna. Im Kopf irre viele Bilder von Uxmal, der Anlage, die so ganz anders war, als alles davor Gesehene.

Muscheln, die in einem Stein eingewachsen sind.

Zwischen Campeche und Champoton stoppten wir an einem Strand und staunten über all die unzähligen Muscheln, die da lagen. Riesige, große, kleine, lila-farbene Muscheln lagen herum und wir sammelten ganz viele.

Er lag im Trockenen – hoffen wir,
dass unsere Rettung nicht zu spät war
Ruinen und Tempel von EDZNA

Edza

Edza war sehr wahrscheinlich noch größer als Uxmal. man nimmt an, dass diese Tempelanlage 17 Quadratkilometer groß war. Erste Besiedlungen sollen bereits 600 vor Christi und letzte im 15 Jahrhundert gewesen sein. Das Gebäude auf dem Foto mit mir, zeigt das Haus der Fünfstockwerke.

Der Tempel der Masken war eine weitere Attraktion. Aber ich lasse einfach mal meine Fotos sprechen.

Wir reisten weiter und verließen auch diesen Bundesstaat. Unterwegs säumten wieder diese typischen Hütten die Straßen. Schon in Chichen Itza hatten wir gelernt, dass manche Menschen sich keine Häuser aus Stein bauen können und deshalb Lehm und Holz verwenden. Immer wieder fanden wir es faszinierend, dass vor diesen winzigen, armseelig- aussehenden Hütten immer ein Moped oder kleines Motorrad steht.

Diese Art Fahrrad nimmt man für alles. Man bestellt es sich und lässt sich zum Einkaufen fahren, zum Arzt oder …
diese Fotos zeigen bessere Wohnviertel

Unser nächster Stopp:

Palenque

Mitten im Dschungel erwartete uns unser nächstes Hotel. Wir bezogen das Ciudas Real Resort. An der Rezeption fragte ich nach einem Guide, der uns die Gegend ein wenig näher erklären könnte. Am nächsten Morgen holte uns Arthur ab und er war ein weiteres Highlight auf unsere Tour. Arthur spricht fließend Englisch und der Tag mit ihm, die Tour durch die Tempelanlage und durch den Dschungel werden für immer Bilder sein, die sich tief und fest in meinem Kopf eingebrannt haben. Was waren das für schöne und interessante Gespräche. Ich habe so viel Neues gelernt, obwohl er immer meinte, ist ja irre, was du so alles weißt.

Übersetzt man „Palenque“ heißt es übrigens „Palisade“, aber man geht davon aus, dass der alte Name „Großes Wasser“ gewesen sein könnte. Erstmals 100 vor Christi besiedelt, sorgte erst der große Pakal für Ruhm und Glanz.

Der Baustil wurde geändert, es gab Mansardendächer, feine Reliefs ….Die Gebäude waren früher blutrot bemalt und Arthur zeigte uns an einigen Stellen noch Farbreste. Absolut beeindruckend. Arthur erzählte uns, dass das Gebiet nach 900 verlassen wurde. Da der Dschungel unheimlich schnell wächst, waren die Tempel nach kurzer Zeit überwachsen.

1952 begannen erste Freilegungen der Anlage, die bis heute andauern. Jeder Baum, jede Ecke kann ein neues Geheimnis freigeben, erzählte uns Arthur. Mit ihm über diese Ruinen laufen, Treppen zu steigen und staunend alte Fresken anzufassen, dieses Gefühl möchte ich für immer festhalten. Es sind diese kleinen Details, die seine Erzählungen so besonders machen. Es sind Hinweise, wie. „Schaut, das war der Abfluss einer Toilette“, „Seht, ein Schlafsaal und ein Bett aus Stein“ oder „Hier ging das Abwassersystem entlang“, die mich oder besser uns begeisterten. Ich habe ein Zitat gefunden, wo ich sofort zu diesem mystischen Ort zustimme: „Das erste Mal nach Palenque zu kommen, ist unglaublich beeindruckend. Aber wenn man eine Zeitlang hier gelebt hat, dann ist man von der Stadt besessen.“ (Forscher Frans Blom)

Arthur konnte uns auch erklären, warum der Kopf der Maya so anders ausschaut.

Kurz nach der Geburt wird eine Art Lederriemen um Nase und Stirn gebunden, denn nur ein gerader Übergang vom Nasenrücken zur Stirn steht für makellose Schönheit.

All die Fotos, die ihr hier sehen könnt, zeigen Gebäude, welche ohne Packtiere, Metallwerkzeuge oder Verwendung von Rädern errichtet wurden. Mitten im Dschungel. Wenn ihr die Fotos betrachtet, stellt euch die Gebäude blutrot und gelb vor. Im Dschungel hört man Brüllaffen, Tukane lassen ihre Schnäbel klackern …. es ist wie Magie, es ist eine andere Welt.

Danke Arthur, dass du sie zu noch etwas noch besonders Besonderem gemacht hast.

Arthur redet und wir sind ganz Ohr
Das linke Gebäude war übrigens der Sitz des Schamanen oder Medizinmanns. Auch wenn es das Foto nicht so zeigt, die Stufen nach oben zu laufen, war mehr als anstrengend. Unser Fazit: Entweder war man oben tot oder wieder gesund *lach*
oben befinden sich skurrile Zeichnungen ( der Grund: der Schamane naschte gern haluzigene Pilze)
ein typisches Mayagesicht – Stirn und Nase bilden eine Linie

Im Anschluss erklärte Arthur uns die Pflanzen im Dschungel und zeigte versteckte Ruinen. Diese Luft, die zirpenden Grillen …. unbeschreiblich.

Mahagonis….. Kakaobäume …. all das macht den Dschungel komplett
Dieser Native malt auf Federn von Truthennen die Bewohner des Dschungels.
Begeistert schauten wir zu, waren Arthur wieder einmal dankbar, dass er uns dorthin geführt hatte.
Unsere Andenkenecke schmückt jetzt ein Tukan und ein Kolibri – gezeichnet auf einer Feder mitten im Dschungel von Palenque.

Chicanna

357 km weiter fanden wir unsere neue Unterkunft für 2 Tage. Das Ecovillage Resort enttäuschte uns in manchen Dingen. Sei es der Pool, der nur 5 Liegen bietet, der marode Aussichtsturm, die ewigen Wartezeiten im Restaurant – aber Gott sei dank verbringen wir auf unseren Touren wenig Zeit in unserem Zimmer, wollen wir doch Land und Leute kennen lernen.