Kanada Juni/Juli 2016

Es ging wieder los, die Sehnsucht nach der Ferne entführte mich dieses Jahr nach Kanada, genauer gesagt, in den Westen Kanadas und Alberta und Saskatchewan waren die Bundesstaaten, die ich erobern wollte –  Ihr habt Lust Ideen für einen Abenteuerurlaub oder wollt einfach mal ein paar Flo-Zeilen lesen? Na dann: ENJOY!

Der Flug von Berlin nach Calgary war viel besser als erwartet, obwohl ich nicht schlafen konnte 🙂 bis Ottawa glich der Flug sogar einem Luxuserlebnis, ich hatte Platz, denn der Flieger ( Boing 767) war erstens sehr geräumig und zweitens war der Platz neben mir frei. In Ottawa empfing die Sonne ihre Urlauber und es war herrlich. Kaffee in der Sonne, die Füße vertreten und eine Sonnenbrille kaufen. ( ja sorry,  es ist schon wieder passiert, meine liegt zu Hause ja auch gut, so vor dem Spiegel und echt da liegt sie gut, so mit den 23 anderen Sonnenbrillen.* lach* )  Die Brille auf der Nase, die ersten Fotos im Kasten, habe ich die ersten zwei Postkarten geschrieben, um später in einen Flieger zu steigen, der echt ein Zwerg war. Es war eng, jeder schleppte scheinbar sein ganzes Gepäck mit in das Handgepäck und dann kamen noch echt heftige Turbulenzen in der Luft hinzu. Einziger Vorteil war, dass wir die ersten zwei Stunden echt so tief flogen, dass man alles unter sich erkennen konnte. Atemberaubend schön … Ich war trotz der langen Zeit einfach nur happy. Nach über 4 Stunden erreichte ich dann also Calgary und die Stadt ist echt süß. Die Straßen sind so logisch aufgebaut, dass mein Navigationsgerät mich ärgern konnte, wie es wollte. Okay, faierhalber gebe ich zu, dass ich trotz all der Logik, zwei junge Leute ansprach und nach dem Hotel an der 7th Avenue  fragte, damit sie überlegten, dann stutzten und wir gleichzeitig aufschauten, denn es befand sich … tarrrraaa : genau gegenüber.

Der Name:Sandmann Hotel   – doch müde, das war ich überhaupt nicht. ,-) Das Einchecken war genauso schnell erledigt, aber das ins Zimmer gelangen, schien ein harter Prozess zu werden. Die Karte steckte, aber die Tür blieb verschlossen. Also wieder mit einem Fahrstuhl, der Lichtjahre brauchte um in den 8. Stock zu gelangen, wieder runter. Die gute Frau gab mir noch eine zweite Karte mit und ich fuhr wieder haben hoch. Doch keine Chance – also wieder runter und ja, ich war schon etwas genervt. Ein anderer, netter Mitarbeiter fertigte eine dritte Karte und kam aber gleich mal mit und schwups : die Tür ging auf ! Wow ein Bett, wie genial. Gegenüber meines Fensters : Mc Donald‘ und obwohl ich keinen Hunger hatte, ging es noch mal mit dem Superfahrstuhl nach unten, denn außer Frühstück hatte ich nichts gegessen. Doch dann: Dusche und Bett. Am nächsten morgen war ich extrem zeitig wach und nach dem Frühstück im Hotel ging es in die Stadt.

Hier ein paar meiner Eindrücke – genießt einfach diese Fotos ,-)

img_0144Skyscraper meets old building

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busy streets in the morning

Oh – and what was that????

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Das musste ich fotografieren und den hier auch:

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Auf dem Weg zum Tower begegnete ich  freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Du stehst an der Ampel und schaust nur mal kurz in den Stadtplan, schon wirst du angesprochen und jemand erklärt dir den Weg. Tja und dann stand ich davor:

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Der Calgary Tower war ein Muss und nach 15 min war ich da. Absolut toll gemacht. Man bekommt einen Audio Guide und kann auf diesen die umliegenden Gebäude und Plätze anklicken und bekommt sie erklärt.

und das ist der Block von oben

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Jetzt denkt ihr bestimmt, gab es keine bessere Ansicht, doch kommt noch, aber : da hinten, also ganz da hinten am Horizont … ja los schau mal genauer .. ja das sind die Rocky Mountains! ( und da werde ich wandern ..lalalala ich war so happy)

Danach ging es zu dem Platz, wo 1988 die olympischen Medaillen verliehen wurden. Er ist total klein und ich hatte es mir ganz anders vorgestellt. Während auf meinem Weg zum Tower normal viele Menschen auf den Straßen waren, änderte sich das jetzt. Die Straßen waren mehr als voll und ich schaute mir den totalen Kontrast zwischen Sandsteingebäuden aus dem vergangenen Jahrhundert  und Wolkenkratzern an. Das ist schon sehr krass.

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Das ist der berühmte Platz hier – hier wurden die olympischen Medaillen verliehen und ja hier bekam Kathi Witt ihre für den Eiskunstlauf. Habe ich euch schon mal verraten, dass ich total unsportliche Person so werden wollte, wie sie??

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Aber seid mal ehrlich – ich passe gut dorthin, oder? Dafür, dass ich fast niemals sportliche Sachen trage …. was für ein Zufall! Im Hintergrund seht ihr übrigens noch einmal den Calgary Tower.

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Und dann erlebte ich den totalen Gänsehautfaktor – der Mother Earth Day wurde gefeiert und das bedeutete, man sagt DANKE und die Kanadier machen das mit einem Fest. ich sah zum ersten Mal in der Realität Indianer, sie spielten und trommelten und sangen und es war Gänsehaut pur. ( Anmerkung: als die Flo noch ein kleines Mädchen war, wollte sie Winnetou heiraten )

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Zurück im Hotel stellte das Navi wieder das größte Problem dar, es wollte einfach nicht den Ort akzeptieren, den ich eintippte. Da die Sonne mittlerweile sehr hoch stand und es echt warm war, zog ich mich kurzerhand im Parkhaus um 🙂 dann sprach ich einen Typen an und schwups war die Adresse im Navi. Also echt das Teil ist frauenfeindlich!!!!!Ich verließ Calgary.

Die Fahrt nach Drumheller war entspannt und der Highway leer. Wahnsinn diese Weiten.

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In Drumheller war das Travellodge für eine Nacht das zu Hause. Nachdem das Gepäck schnell ins Zimmer geworfen war, ging es zu einer atemberaubenden Hängebrücke. 115 m über den Red Deer River benutzten  die Minenarbeiter sie, um an ihren Arbeitsplatz zu kommen. Mein Herz klopfte wie wild, denn so eine Hängebrücke wackelt verdammt in der Mitte und außerdem war es schwer immer geradeaus zu schauen.

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Doch auf der anderen Seite strahlten Hügel in beeindruckenden Farben und ich wollte diese mit meiner Kamera einfangen. Ein junger Typ hechtete vorbei und als ich erst auf der anderen Seite der Brücke war, war er schon auf dem höchsten Hügel. Doch : ich folgte 🙂 oben erzählte er mir, dass er in den Bergen aufgewachsen ist und dass das eben ein Kinderspiel sei.  Er begrüßte mich mit : „out of breath ?“ Na ja ich weiß, dass ich Sport machen sollte. Diese wunderbaren Fotos entstanden hier und echt es ist Tag drei und ich bin schon wieder verliebt in ein Land.

 Nach der Brücke waren die Hoodoos dran. Was für seltsame Gebilde! Beeindruckt wanderte ich durch sie durch, machte Fotos und war einfach dankbar, dass ich dieses Land kennenlernen durfte.

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img_0212 Hodoos

Hoodos sind von wind und Wetter skurril geformte Sandsteingebilde und man kann sie an vielen Stellen in Kanada finden, die schönsten aber sind hier in Saskatchewan.

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Das tolle ist, man fährt erst über den North Dino Trail und hat eine wunderbare Landschaft

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damit man am Ende einfach wechselt und zum North Dino Trail gelangt und zurückfahren kann. Natürlich geht es auch anders herum ,-)

Über den North Dinosour Trail gelangt man per Fähre. Diese Fähre wird noch mit einem Seil betrieben und brachte neben einem Schulbus auch zwei Autos auf die andere Seite. Kostenfrei! Das wäre in Good Old Germany doch niemals möglich. Auf der anderen Seite ging es über den South Dinosour Trail zurück. Absolut beeindruckend !

Wenn man sich überlegt, dass hier die meisten Skelette von Sauriern weltweit gefunden wurden oder  …. dass man hier einfach buddeln darf ! Irre ! Ich liebe es. Klar muss man die Fossilien abgeben, aber allein das ICH DARF HIER BUDDELN ist doch toll!

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Ausgehungert kam ich zurück nach Drumheller, um fast zu verzweifeln. Alle Gaststätten hatten montags zu. Der Ort war schon fast durchlaufen ( ja zu Fuß ) als endlich eine Art Kneipe auftauchte. Okay,  es gab nur einen Crispy Chicken Bürger, doch es war besser als nichts. Der Weg zurück erschien endlos und dann fiel ich in mein Bett und war am nächsten Morgen schon wieder um 6 wach. Haare waschen – zu Hause in null Komma nichts erledigt, wurde zu einem Albtraum. Der Föhn wird ja auf 110 Volt runtergeregelt und ich verzweifelte fast !  Ehrlich : ich wasche hier nur im Notfall Haare ! So ein Drama – eine Stunde kämpfte ich, bevor ich ins Dino Museum fuhr. Dort wurde erstmal gefrühstückt und dann war ich fast sprachlos. Ich meine, diese Tiere sind schon beeindruckend gewesen, aber dort diese Skelette zu sehen, diese Fossilien – wow! Und dann dieses Wissen: ich bin genau da. Ich stehe hier und darf das erleben.

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 Gegen ein Uhr mittags ging die Reise weiter : das Ziel eine Ranch in der Nähe von Kyle. Es waren 500 km und man sollte fünf Stunden einplanen. Es wurden 7 – warum ? Es schüttete wie aus Eimern…. Das Navi wollte das Ziel nicht und so ging es per Karte. Kurz nach dem Bundesstaat Alberta wurde der Regen noch schlimmer – Saskatchewan empfing mich, dass es gruselte.

An einem von außen nicht sehr  einladenden Restaurant : Pause und die Erkenntnis : man soll sich nicht von Äußerlichkeiten leiten lassen, der Wrap, der Salat, der Kakao – perfekt. Der Regen hörte nicht auf, ich hätte es niemals  nicht glauben können, aber es wurde noch mehr. Dann das Schild zur Ranch suchen, ziemlich schwer, wenn es so schüttet, dass man kaum 20 m sehen kann. Einmal zu weit gefahren, dann gefunden – eine Holperpiste vom Feinsten und ein Schild : La Reata Ranch 13 km … Okay – was sind schon 13 km, wenn man 500 hinter sich hat. Ein Lacher – ja ,-) Dann ein nächstes Schild : Guest Ranch, doch der Weg ein schlammiger Albtraum. Also lieber den gerade aus genommen, der war zwar auch matschig, aber nicht ganz so sehr. Angekommen : keine Seele zu sehen … Außerdem sah es nicht wie eine Ranch aus, klopfen, rufen … NICHTS!!! OH bitte, lass das nicht wahr sein. Umkehren. Den matschigen Weg nehmen ? Ja was denn sonst! Die Pampe flog über die Spiegel, doch das Ziel musste ja nahe sein, dann plötzlich eine Barriere. Kein weiter kommen … Die Laune auf null. Ich versuchte die Nummer anzurufen und : kam in Deutschland raus, ich weckte eine Frau, mitten in der Nacht, denn man bedenke, auch wenn es hierr erst um sechs ist, ist es zu Hause 9 Stunden später. Also zurück nach Kyle und an einem chinesischen Imbiss gefragt, leider kannte niemand die Ranch. Sollte ich einem Fake aufgelaufen sein ? Ehrlich : ich war überzeugt. Das Akku fast leer, schrieb ich eine Mail und suchte ein Hotel. In einem Laden brannte Licht und auf mein Klopfen reagierte die netteste Lady der Geschichte. Sie lies mich ein und ich erklärte alles, sie meinte, ich wäre richtig gewesen und die kenne Georg. Sie suchte seine Nummer, rief eine Freundin an und irgendwann hatte ich Lena und Georg am Telefon. Ich verabredete mich mit ihm an dem Schild und wir stellten fest, dass ich alles richtig geplant hatte, er aber den Weg wegen des Unwetters sperren musste und wir uns verfehlt hatten. Das Auto musste auf der Main Ranch bleiben und die Koffer wurden auf dem Jeep geworfen. Dann ging es über Stock und Stein und Hügel und Felsen zur Ranch.. Okay Ende gut .. Alles gut! Der Bungalow ist so genial, rustikal .. Einfach nur ein Traum zum relaxen!

Welcome to the La Reata Ranch

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Mittwoch morgen wachte ich mit furchtbaren Rückenschmerzen und Kopfweh auf, das Frühstück wurde Punkt 9 per Glocke eingeläutet und alle Gäste kamen aus ihren „Hütten“. Neben 2 Deutschen sind noch Engländer, Schweden und Kanadier da. Das Haupthaus ist liebevoll dekoriert und die Hausherren sitzen zusammen mit den Gästen am Tisch und erzählen. Als ich mich so umsah, konnte ich nicht glauben, dass es am Tag davor so sehr geregnet hatte. 

img_0292 Haupthaus

Nach dem Frühstück ging es zu Fuß zu meinem Auto. Georg fragte, ob er fahren soll, aber ich wollte Natur. Okay nach 500 m Hügel bergan bereue ich es, aber ich schaffte die 5 km bis zum Auto. Unterwegs sah ich blühende Kakteen und wundervolle Pflanzen. Ich wusste: der Tag heute gehört meiner Kamera.

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Da ich auch das Handy im Auto gelassen hatte, kontrolliere ich zu allererst meine Nachrichten, dazu musste ich auf den höchsten Hügel klettern,  um dann zur Ranch zu fahren. Das Auto sah aus – ihr dürft gern mal mit mir lachen.

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Kaum zu glauben dass es am Tag davor die Straßen unpassierbar waren. Toller Lack oder?

Ich nahm meine Kamera und zog los. So herrliche Motive. Ich liebte es, verrücktes Vogelgezwitscher und sonst nichts. es 🙂 für Mittag lag ein Lunch Paket im Kühlschrank und so war der Tag ein Tag zum lesen und fotografieren. Mit dem Buch unterm Arm kletterte ich grüne Hügel hoch, setze mich in die Sonne und relaxte. Was für eine wunderbare Ruhe! Alle anderen ritten mit den Pferden aus, doch bei meinem hektischen Alltag, kostete ich das Nichtstun mal aus. Man kann sich auch ein Boot nehmen und auf dem Saskatchewan fahren, doch da es im Jahr 2016 bis auf den Tag meiner Anreise noch niemals nie ( schönes deutsch, ich weiß) geregnet hatte, lieferte der Fluss viel zu wenig Wasser …

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 Am Abend trafen sich alle im Saloon – ja die Ranch hat einen Eigenen. Es war laut und lustig und es gab für alle anderen jede Menge Whiskey und Beer. Georg seine Nachbarn kamen auch hinzu und es steppte der Bär. Beim  Billiard verlor ich – war ja klar, aber egal….

Die Nacht war wieder voller tiefen Schlaf und am Morgen weckten mich nur meine furchtbaren Rückenschmerzen. Da habe ich an alles gedacht, aber die Tabletten – hm, meine beste Freundin Jana ist schuld, denn dank ihr und ihren Fähigkeiten als Heilpraktikerin habe ich ja keine Schmerzen mehr und vergesse es. Der Kampf mit dem Fön war wieder der Art anstrengend, dass ich mich in Zukunft weigere Haare zu waschen. ( ja ja wer es glaubt …)Eine Stunde und es sieht bei weitem nicht so aus wie zu Hause 😦 na ja um neun ging die Glocke und es wurde zum gemeinsamen Frühstück gerufen. Kristin hatte neben leckerem Rührei ( was ich aber aus Respekt wegen meiner Galle ignorierte ) Zimtschnecken gebacken und auch so gab es wieder leckeres Obst, ich nehme an Sauerrahm ( für Joghurt zu anders) und viel Spaß am Tisch.

Hier mal ein paar Fotos vom Innenleben des Hauses – alles ist sehr schlicht, handmade und das Ziel ist ohne Luxus zu leben. Es gibt kein Fernseher und kein WLAN – kaum zu glauben, aber es geht. Klar, man schaut immer mal wieder auf das Telefon, ob vielleicht doch ein Fünkchen Netz vorhanden ist, aber nein – nichts, gar nichts.

 über diese süße Treppe kam man nach oben und dort oben gibt es coole Betten. ( vier Mann haben auf alle Fälle Platz und im Wohnzimmer war ja noch ein Couch und falls ihr euch fragt: Ja, es gab auch ein Bad ,-))

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Um 10:30 war es Zeit Good Bye zu sagen, die zwei Tage auf der Ranch waren zu kurz, und es ging nach Moose Jaw.

Die  Tunnels waren das Ziel. Sie zeigen ein grausames Kapitel der Geschichte. Chinesen lebten über Jahre unter der Stadt und schufteten 16 Stunden am Tag. Weil sie illegal im Land waren, mussten die es hinnehmen.

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Moose Jaw ist eine süße Kleinstadt mit Flair. Leider war das Fotografieren in den Tunnels verboten, aber es war schon sehr traurig zu sehen, wie die Chinesen dort unten lebten, wie sie einfach Sperrholzplatten nutzen, um wenigstens die Toiletten ein wenig abzugrenzen. Man kann all das alte Werkzeug, die Bügeleisen und Töpfe ansehen und denkt, man ist zurück, zurück in dieser grauen Welt. In einem Video erklärt eine Chinesin, wie stolz sie auf ihren Großvater ist, dass er damals nach Amerika floh, dass er darauf verzichtete seine Familie 12 Jahre zu sehen, nur um ihnen ein besseres Leben bieten zu können. Ein Mann hatte medizinische Kenntnisse und selbst die Kanadier wanderten zu ihm unter die Erde, um sich behandeln zu lassen. Er richtete sich irgendwann eine kleine, eigene Ecke ein.

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Später nutze Al Capone die Tunnel für den Drogenhandel  und um mit Alkohol handeln. Auch darüber kann man eine Tour machen und ist dann auf den Spuren dieses berühmten Verbrechers.

Über den Highway 1 ging es weiter gen Osten nach Regina. Ein super leckeres Abendessen und der Pool rundeten den Tag ab. Das „Hotel Sandman“ ist hier echt toll. Viel moderner als das in Calgary. Am Morgen war ich wieder zeitig wach und nachdem ich meine Nachrichten gelesen hatte, machte ich mich auf den Kampf mit dem Fön bereit. Doch oh Wunder – es lag ein Fön im Bad und aus unerklärlichen Gründen hat dieser Fön power. Also die Rundbürste rausgesucht und ja es fühlte sich gleich wieder besser an, so mit ordentlichem Kopf – aber dann : auf dem Weg zum Auto : Regen !!!! Nein, das kann nicht wahr sein oder ? Egal … Dann wieder rein und frühstücken. Sorry ich weiß nicht, wie die das hier machen, aber ich mag nicht schon früh Würstchen und gebratenen Schinken, ich mag auf meine Plinse nicht mit Würstchen sondern süß ! Ich mag die auch nicht mit Rührei ! Als die Kellnerin innerhalb von fünf Minuten wiederkam und wieder wissen wollte, was ich denn essen mag, fragte ich, ob ich nicht einfach Pancakes mit Marmelade bekommen kann! Geht doch 🙂

Danach ging es weiter bis nach Saskatoon. Die Stadt ist ein kleiner Juwel und nördlich ist ein Park, der an den Stamm der Plains erinnert. Der Eintritt war relativ gering, nur 7,50 Dollar, aber das Gebiet einfach zu riesig. Ich begnügte mich nur mit der Ausstellung im Haupthaus und ging den Pfad der Büffel entlang, denn die Sonne brannte bei 33 Grad. Bei 33 Grad bin ich in Deutschland happy, aber hier sind die anstrengender.

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Die Plains gaben übrigens für alles, was sie von Mutter Erde bekamen, eine Kleinigkeit zurück. So wurden nach erfolgreicher Jagd eben besonders schöne Steine oder Knochenschmuckstücke abgelegt. Die Plains selber bauten sogenannte Pools, um Büffel zu jagen, wenn keine natürliche Schlucht vorhanden war.

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Von dort ging es weiter Richtung Norden zum Elk Resort in Waspiku. Das Hotel ist der Hammer !!! Eine riesige Fläche Wald und Seen umrundet das Ganze und meine Kamera wird glühen. Das hier war mein erstes Foto, aber der Sonnenuntergang am Abend, der zauberte ein besonders Licht:

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img_0742 Foto bearbeitet

Das Elk hat seinen ganzen Charme gehalten – am ersten Abend zog ich einfach nur per Kamera raus und prompt kam ein Golfspieler mit seinen komischen Cabrio und sagte, dass dieser Weg nur für Mitglieder des Golfclubs ist ,okay – also dann .. Zurück zum Hotel. Essen und relaxen. Das Abendessen war eine Augenweide. Es war lecker und die Müdigkeit sorgte für ein frühes Bett. Am nächsten Morgen kam ja wieder der Moment des Frühstückes und der Horror Blick auf die Teller meiner Nachbarn. Fettiger Speck und Schinken, Würstchen, frittierte Kartoffeln .. Dazu Rührei. Ich erklärte der Kellnerin, dass ich Gesundheitsprobleme habe und mir echt nur Toast bekommt. ( in echt:die Soße von Abend davor, merkte sich meine Galle echt paar Stunden ). Naja, so bekam ich drei Scheiben Toast und Marmelade. Genial – dann nahm ich ein Rad und wollte den Luchs Pfad oder eben den Wolf Pfad fahren. Fand den leider irgendwo nicht gleich und entschied mich dann für den langen „boreal “ Weg und : brach nach 40 min ab. Warum ? Ganz einfach – der Weg (!!!!) war ein trampeliger Pfad über Stock und Stein durch den Wald. Zu Fuß okay aber per Rad ? Also das Rad zurück und die Kamera zu Fuß benutzt. ( zumal mich doch echt so ein blödes Rebhuhn erschreckt hatte ).

img_0814 der Frühstücksraum, am Abend lädt der Kamin ein…..

img_0743 oder eben der Pool ,-)

Dann ging es per Auto in den Prinz Albert National Park und es war toll. Wahnsinn ! Okay bis auf das Brautpaar … ehrlich immer wenn ich ein paar tolle Motive aufgetan hatte, tauchte da dieses Paar auf, mit super tollen Brautjungfern, alle im gleichen, tollen, glänzendem Kleid ( die Größen variierten von 38 bis 48 …) Ich wollte sooo gern am kleinen Wasserfall fotografieren, leider waren die nach einer Stunde immer noch dort . Also bekommt ihr nur ein paar kleine Ausschnitte …

Zurück im Hotel bekam endlich mal der Pool und der Hot Tube meine Aufmerksamkeit. Kann ja nicht sein, dass ich immer Hotels mit so etwas habe und nie nutze lach. Der Lachs rundete den Tag ab und ich klettere mit Buch ins Bett. Dann ging es am nächsten Morgen bei Regen weiter nach Llordminster– der Stadt die zwei Staaten gehört . Dort sollte eigentlich  das Cultural Science Centre mein Ziel sein, doch es ist sonntags zu. Na toll und so hat die Stadt nicht viel – also zum Border Denkmal und ein wenig stromern und dann lesen.

img_0390diese Säulen gehen quer durch die Stadt und markieren die Grenze

Hier bin ich also mit einem Bein in Alberta und mit dem anderem in Saskatchewan.

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Als man 1905 die Grenzen in Kanada festlegte, um einzelne Bundesstaaten zu gründen, wählte man den 4. Meridian als Grenze und dieser geht nun einmal echt durch die Stadt Llordminster.

Tim Hortens war wieder ein Muss – gibt es Rabatt Karten ? Lach* und dann ging es weiter nach Edmonton, der Hauptstadt Albertas. Auf der Fahrt  – ein Stopp am XXl Osterei in Vegreville. Der Großteil der Bewohner sind Nachkommen ukrainischer Bergarbeiter und sie haben ein Ei verziert, ganz  nach ukrainischer Tradition und dieses Ei ist echt beeindruckend – 9 Meter lang, aus Aluminium – und es dreht sich. Wie das geht? Na schaut auf mein Foto ,-)

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Dann ging die Reise wieder und die Hauptstadt von Alberta zeigte sich echt gleich mal sehr negativ. Stau und überall Chaos – der Weg zum Hotel scheinbar unmöglich zu finden. Als ich endlich ankam, nur ein Gedanke : oh bitte nein .. Eine Bruchbude ! Aber der erste Eindruck war echt falsch ..der Tag wurde wieder richtig toll. Erst zu Tim Hortens und dann in die Stadt. Die lebt, ist toll und dann shoppen.ich glaube es wird der neue Trend Handtaschen aus dem Urlaub mitzubringen. Erst Dubai – jetzt Kanada, aber sorry der Preis war so genial. Dazu gab es noch das ultimative Teil, wo man nur Karten reinstecken kann. Warum ich zwei gekauft habe? Hm, weil die toll aussahen und das zweite nur 3 Dollar statt 7 gekostet hat. Grins.Beim Juwelier empfahl mir die Verkäuferin zum Churchhill zu gehen und das war eine grandiose Idee. Doch dazu später mehr.

Der zweite Tag in Edmonton begann mit dem Kampf mit dem Fön. Oh man ich hasse es, aber dafür gab es dann bei Tim Hortens Kakao und Croissant 🙂 dann ging es 6,5 km durch die Stadt zum Fort Edmonton Park und was ich dort erleben durfte, sprengt alle Erwartungen. Man steigt hinter einer  alten Dampflok in alte Wagen, fährt ein Stück und ist im Jahr 1847!

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Ein Indianermädchen nimmt dich mit ins Fort.

Der Weg dorthin : Tipis ….und dabei erzählt sie vom Leben dort. Wie es stinkt, weil es ja keine Abwässer Leitungen gab, wie die Menschen die Biber Felle trocken, weil der Weiße dafür umgerechnet ins jetzt 10000 Dollar bezahlt. In Europa ist das Fell Trend, aber es gibt keine Biber mehr und der Kanadische hat wärmeres Fell, denn die Winter sind länger und härter.

Dann kam das Fort und es war wie früher bei meinen Indianern und Cowboy. Genial die Menschen da sind so gekleidet, tragen Mokassins. Hammer.

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Dann geht es weiter und man erlebt die Stadt 40 Jahre später und es ist Wahnsinn wie sich das verändert hat.feste Häuser,erste Läden …genial.

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Dann kommt 1905

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Könnt ihr euch vorstellen, wie man sich fühlt, wenn man da lang läuft? Echt am Liebsten hätte ich ein altes Kleid und einen Schirm gewollt, ich konnte Geschichte fühlen! AMAZING!

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und am Ende kam das Jahr 1920 – die Bahn hat so viele Veränderungen gebracht.

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Ich stand da und musste den Klos im Hals wegschlucken. ( der Traum von damals  : eine Frau saß und las .. Es war ihr Job 1905 🙂 alle die mich kennen, wissen: es wäre mein Job!!!

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Die Fahrzeuge … die Klamotten – alles passte in die jeweilige Zeit – wenn ich sprachlos bin, wisst ihr: es muss etwas „Wunderbares“ passiert sein ,-)

img_0493 die Fahrzeuge passten in die jeweilige Zeit

img_0469 ihr Job? Beeing there – talking

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Nach diesem Spektakel ging es in die Mall und diese war nicht umsonst bis vor 10 Jahren die Größte weltweit. Es gibt eine Eishalle, ein xxl Wellenbad mit 17 Rutschen, einen xxl Golfplatz, ähm ein Aquarium mit Haien und Schildkröten.

img_0917 Seals mitten im Einkaufszentrum

img_0919 das Schwimmbad,  okay…DAS WELLENBAD; ÜBER DASS EINE SEILBAHN FUHR

Noch mehr gefällig 800 Läden – klar auf 500000 Quadratmeter  passt was! Was  ist noch erwähnenswert …. ja  eine Orginal Nachbildung der Santa Maria und natürlich zig Geschäfte.Hier ein Foto der Santa Maria :

Und hier jetzt der dezente Hinweis auf ein sehr frauenfreundliches Hotel – das Edmonton Travelodge West. Dank umfangreicher Straßenbaumaßnahmen war es ja sehr schwer gewesen es überhaupt zu finden und der erste Eindruck von außen was so ein nüchternes „na…ja“ aber innen, war es genial. Es bot ein tolles Restaurant, nettes Personal und das hier:

img_0843 der Blick aus dem Bett ,-)

ja da staunt ihr oder? Das Hotel wurde einfach ringsum ein Einkaufszentrum gebaut und der Blick vom Bett war eben in das Shoppingcenter.

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Edmontom selbst bot an jedem Abend Unterhaltung. Der Churchillplatz  war abgegrenzt und Künstler konnten ihr Können zeigen. Eine bunte Welt aus Skulpturen, Bildern und eben auch Handarbeiten zog Besucher an. Auf einer Bühne spielten rund um die Uhr mehr oder weniger bekannte Künstler alle  Musikrichtungen und Bänke und Stühle luden davor zum Verweilen ein. Es war herrlich. Gleich neben dem Gelände war eine kleine Meile aufgebaut, wo man vom Döner über Chinesisch bis zu Crêpes alles kaufen konnte. Da in Kanada striktes Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen herrscht, war es einfach mal verwunderlich, dass es in dem eingegrenzten Bereich Bier und verschiedene Weinsorten gab. Was aber absolut verwunderlich war, wer keinen Alkohol trinken wollte, musste eben auf oben genannte Meile und sich sein Getränk dort kaufen. es waren nur ein paar Meter, trotzdem verwunderlich. Ein ganz wichtiger Punkt noch, dieses Festival ging eine ganze Woche lang und es kostete keinen Eintritt – habt ihr das schon mal in Deutschland erlebt? Taschenkontrolle – Fehlanzeige? Gerade einmal zwei Polizisten standen am Rand und beobachteten das Ganze.

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In dieser Stadt hier kam ich nun zu meinem Buch und überzeugte die Verkäuferin dazu das Buch mit dem Namen des Stores zu signieren. Wer mich nicht kennt: ich kaufe in jedem Urlaub ein Buch und lasse es mit Ort und Datum signieren. Die Kanadier fanden mich sehr strange, aber egal…nachdem ich ihnen erklärt habe, dass man weder im Februar in den Emirates noch in Island überhaupt an der Idee gezweifelt hatten, schüttelte sie den Kopf und ich bekam mein signiertes Buch, welches mich immer an Kanada und diese Tour durch Alberta und Saskatchewan erinnern wird. Meine 2 ersten eroberten Bundesstaaten in Kanada. *wow ich bin stolz*

Habe ich schon mal erwähnt, dass es in Kanada etwas seltsam ist Radio zu hören? Ja man kauft sich eine Art Freischaltung und kann dann eben ein volles Programm hören. Macht man das nicht, hört man immer wieder Werbung von der Möglichkeit der Freischaltung und eben maximal 20 Songs. -so aber wurde Disturbed „The Sound of Silence“ das Lied, welches ich jeden Tag naja .. .wenigstens 3 Mal hören durfte und kurz nach meiner Rückkehr nach Deutschland wurde es hier bekannt.

Tja Edmonton hatte mein Herz erobert, doch nun klopfte es schneller, denn ich packte erneut meine Sachen  und reiste in Richtung Rocky Mountains. Dies sollte ja urspürnglich der Höhepunkt der Reise werden, aber Edmonton konnte glaube ich nichts mehr überbieten.

Rocky Mountains – ich bin da!!! 365 km aber auch fast 5 Stunden Autofahrt – eine wunderbare Streck, die unterwegs wieder Hodoos zeigten.

Mein erstes Bild der Rockys – es wird für immer in meinem Kopf bleiben. Ein riesiger, glasklarer See lag vor mir, eingebetet in Berge. Sofort musste ich aussteigen, die Sonne schien und ich zog die Schuhe aus und wollte einfach nur ein paar Minuten das kalte Wasser fühlen. Doch: Überraschung. Es war gar nicht kalt, der See war nur knöcheltief und das reichte dafür, dass die Sonne es ( zumindest für ein paar Minuten für ein Frierflo) ertragbar machte. Ach es war herrlich … ich nahm meine Kamera und fotografierte einfach so drauf los.

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Dann begann die Suche nach dem Hotel und ich wurde das erste Mal enttäuscht. Es lag mitten an einer naja kleinen Shoppingmile, was aber nicht das Problem war. Der ganze ort und ich, das konnte keine Liebe werden. Er war als kleiner, verschlafener Urlaubsort in den Rockys beschrieben. Doch dieser Ort platzte förmlich aus den Nähten. Auf den Gehwegen schoben sich Massen und ich war ehrlich geschockt. Das Zimmer lag natürlich, wie könnte es anders sein: zur Straßenseite und halt, was erblickte denn mein Auge da auf der anderen Seite? Einen Bahnhof, ach , wer fährt denn schon noch Zug, das konnte ja wohl kein Problem sein oder werden. 12 Stunden später wusste ich: dieser Bahnhof, der ist laut, lauter ….. hört ihr mich schreien: am lautesten!

Die spinnen doch die Kanadier. Die hängen echt 189 Wagons an eine Lok, klingt super, so nachts um drei und der hält echt da, denn, wie konnte ich es vergessen, es gab da doch diese berühmte Schnauflok von Osten nach Westen und ja echt: die hielt direkt…. vor meinem Schlafzimmer! Übrigens es gehen noch mehr also so 189 Wagons an so eine Canadian Railway.

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Der Blick aus dem Fenster und ja mein Bett stand direkt davor

Na wisst ihr, wo ich gelandet war? Genau in Jasper!

Am Morgen war mein erster Gang an die Rezeption, ich wollte ein ruhigeres Zimmer. sie schaute mich an und meinte, dass es das ruhigste Zimmer wäre, dass sie in Angebot hätte. Ruhig? Hallo .. habe ich schon einmal erwähnt, dass ich aus einem 126 Seelenort komme? Das ist ruhig – wie sollte ich das überleben? Also einfach Frühstück bei Tim Hortens, ja ehrlich mein Handy konnte schon ohne Anfrage bei Google übermitteln,wo der nächste Store ist und dann ins Auto und ab ins Nichts!

Jasper bietet viele Möglichkeiten, du kannst eigentlich überall abbiegen und landest irgendwo in den Rockys, aber zuerst wollte ich zur Jasper Tramway. Diese Seilbahn besteht gerade einmal aus 2 Wagen und führt auf den Whistle Mountain in 2265 m Höhe. Es war ein Traum, okay ein wenig Schlotterknie hatte ich schon, aber die Fahrt, der Ausblick belohnte für alles.

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Hier sind ein paar erste Fotos vom Gipfel, aber mein Lieblingsfoto, das kommt noch. Überall tummelten sich mal wieder kleine Erdmännchen und andere, mir leider unbekannte Tiere.

Die Zeit in Jasper war tagsüber geprägt von tollen Fahrten in die Berge, laufen, in der Sonne sitzen und die Zeit mit der Kamera in der Hand genießen. Nach der Seilbahn kam dann meine 2. Mutprobe – der  Skywalk. Auf dem Weg grübelte ich immer wieder, ob oder ob es vielleicht nicht einen Versuch wert sein sollte. Aber hier erst einmal der Blick auf die Broschüre, damit ihr wisst, worüber wir reden.

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Ich habe es getan!! Aber erst einmal der Reihe nach. Die Kanadier sind ja manchmal bisschen anders. Da habe ich, die fast niemals fern sieht, in unserem deutschen Fernsehen einen Bericht über den Skywalk gesehen und wie schwer der Bau, ja die ganze Idee des Umsetzens war und dann fahre ich da 3 mal vorbei? Der Skywalk befindet sich von Jasper aus in südlicher Richtung gen Banff. Die Straße relativ schmal, keine Parkbuchten und dann doch im allerletzten Moment eine Einfahrt, ähm für Busse. Ich war planlos und frustriert, da wollte mein Hasenherz da echt mal drauf und ich fand keine Möglichkeit das Auto zu parken. Gut weiter unten zurück in Richung Jasper war ein kleiner Wasserfall und dort war ein kleiner Parkplatz. Also wieder umkehren, das Auto da, trotz Warnschild, das Parken verboten sei, abgeworfen und die 500 m gelaufen. Okay, ehrlich – ich habe am Highway Rand, so 200 m nach dem Wasserfall geparkt, aber doch nur, weil da unten alle Parkplätze voll waren. Am Einlass zum Skywalk angekommen, schaut der Typ mich an und fragte nach meinem Busshuttleticket. Ähm – ich war zu Fuß! Also ohne Shuttleticket darf man nicht rein! Das darf doch wohl nicht war sein *schrei* aber: wer mich kennt, der weiß ich kann reden und ich redete und redete und erklärte, dass ich doch mein Auto unten am Wasserfall geparkt habe und irgendwann gab er nach.

Im Nachhinein würde ich es nicht mehr machen, aber der Reihe nach. Zum Einen waren gefühlte 5 Mio Chinesen unterwegs und wollten auch auf den Skywalk laufen. Zweitens ist es echt viel kleiner, als ich es erwartet hatte. Auf dem Weg zum Skywalk erklären Pfeile und Bilder und Schilder das Leben rechts und links und eben auch unter dem Skywalk und auf einer interessanten Tafel wird über den Bau berichtet. Während ich mich so auf das Lesen konzentrieren wollte, überlegte ich immer, wie schnell so ein Abschleppwagen wohl durch die Rockys kam und das war ehrlich kein gutes Gefühl.

Ja und dann stand ich auf dem Skywalk – es wackelte und es waren nicht meine Knie!!!!! Fotos ohne Chinesen oder andere verrückte Touristen zu machen war leider unmöglich, doch hier mal ein paar Impressionen.

Am nächsten Tag wollte ich einfach nur fotografieren, die Natur genießen und so ging es ab in die Natur. plötzlich sah ich mal wieder ein Schild, dass ich schon im Prince Albert Park gesehen hatte und dieses Mal musste ich es fotografieren.

fullsizerender-3 okay – Bauarbeiten vor mir und ja dann sah man dieses Schild als ….Job! Ehrlich die haben mich so zum Lachen gebracht. Da steht oder sitzt, je nach dem Nervenzustand ein Mann oder eben eine Frau und bekommt der Funk die Info, wenn denn der Zustand von „Stop“ zu „Go“ ähm sorry das Schild geändert werden kann ,-)

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Aber okay – ich habe euch Fotos versprochen und hier sind sie, meine Bilder der Rockys.

img_0964 Wasserfälle

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klare Flüsse, das Wasser umspielt die Steine, nur Rauschen und ein paar Vögel

Doch leider gab es auch folgende Seite der Rockys zu sehen. Schon kurz vor meiner Abreise hörte man immer wieder von Waldbränden in den Rocky Mountains und das viele Tiere verendet seien. Das dieses Gebiet keine 15 km von meinem Hotel entfernt lag und gefährlich nahe an Jasper herangekommen war, das erfuhr ich erst vor Ort. Es ist erschreckend zu sehen, wie diese wunderschöne, total grüne Welt urplötzlich sich in diese kahle, tote Welt ändert. Ich kann euch nicht sage, wie viele Kilometer ich so fuhr,aber es bewegt mich sehr und ich war glücklich, dass irgendwann endlich wieder ein wenig GRün kam.

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Am abend relaxte ich auf dem DAch des Hotel in einem Wirlpool und genoß den Blick auf die Berge und ja den Bahnhof gegenüber, der scheinbar immer nur nachts angefahren wird. Am nächsten Morgen hatten mich die Rockys wieder und ich fand wunderbare Motive, Wurzeln, Wasserfälle, Tiere …. also dann Augen auf und genießen

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img_1026 -„Was für ein Wasserfall – ich will da hoch“das war ein Gedanke und sofort wurde das Auto am Highway geparkt, ja denn dieser Fall war direkt an der Straße, die einmal von Nord nach Süd durch die Rockys führt. Ein Weg nach oden? Luxus – aber hallo ich hatte doch die besten Wanderschuhe an. Und siehe da – kurz darauf, war ich oben. Bitte beachtet meine Schuhe.

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Ich würde sagen – eine Frau kann eben alles ,-) und das ohne große Probleme. Die Rockys bieten aber natürlich auch Gletscher und Eis. ich hatte ja letztes Jahr in Island schon gesehen, wie unsere globale Erwärmung sich auf das Eis auswirkt. Hier in Kanada zeigten es der Bow Gletscher und auch leider jeder andere …

img_0994 Es schaut aus, als würde das Eis in das Tal gerauscht kommen. 

img_0114 doch plötzlich stoppt es und … dann ist nur noch Geröll.

img_0118 noch vor 20 Jahren war hier alles voller Eis und vor 100 Jahren auch 300 m weiter unten. Auf dem Weg nach oben habe ich mich über die verschiedenen Tafeln mit den Jahreszahlen gewundert, die relativ klein und unscheinbar im Boden steckten. Oben angekommen konnte ich die Information lesen, dass es zeigen soll, wie der Gletscher sich zurückgezogen hat. Auf dem Eisfeld des Gletschers kann man übrigens mit einem Jeep sliden oder einfach herumlaufen – ich hatte keine Lust darauf.

Bevor es weiter nach Banff ging und ich ich euch noch ein wenig aus dieser Stadt und den Attraktionen erzählen möchte, kommen hier ein paar Tiere, die man eben in den Rockys sehen kann. Grundsätzlich gilt, dass man vorsichtig sein muss, denn es gibt überall Bären. Deshalb wird man belehrt und überall stehen Schilder, die auf die Gefahr durch Braun- oder Grizzlybären hinweisen. Während meiner Tour durch die Rockys war mir zumindest bis Jasper kein Bär vor die Linse gekommen. Ich gebe aber zu, dass ich einmal ganz mutig etwas tiefer in den Wald ging und dann Geräusche hinter mir hörte. Jetzt steht im Bärenguide, dass man mit dem Bär reden soll, damit er einen nicht angreift, aber ehrlich, ich hatte kein Vertrauen auf mein Bärisch-Englisch und verließ, ja fast fluchtartig, das Gebiet.

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ob Elche, Caribous oder dieses süße, kleine Wieselteil  – es war eine Freunde!

auch auch diese komischen Ziegen und Eichhörnchen waren überall…

Doch nun war es Zeit aufzubrechen, um nach Banff zu kommen. Kurz hinter Jasper standen wieder die altbekannten Hinweisschilder:

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warum ich euch dieses Foto zeige?

Ganz einfach – an der Highway, der quer durch die Rocky Mountains geht, gibt es immer wieder Parkmöglichkeiten, um eben zu fotografieren, kurz zu verschnaufen, aber man soll bitte keine Rast machen und wenn, dann nicht so, dass Essensreste oder Gerüche Bären anlocken. so 20 km nach Jasper stand ein Wohnmobil an einer sehr kleinen Parkbucht, vor dem Wohnmobil ein Grill und es qualmte und cih konnte selbst im Auto den Durft der gebratenen Würste riechen. Mein Gedanke war, wow sind die mutig – doch dann sah ich aus rechten Augenwinkel das: Mitten am Highwayrand fullsizerender-1

Also ich habe ja eine Idee, wo die Mutter des kleinen, süßen Bärenbabys so hin ist – ihr auch?

Tja und dann kam ich nach Banff – der Konkurrenzstadt von Jasper – sollte diese Stadt genauso überfüllt sein? Okay zumindest am Tag meiner Ankunft war es so, doch der Reihe nach. Auf dem Weg wollte ich so gern am Lake Louise stoppen, aber es war Feiertag und scheinbar hatten 80 prozent aller Kanadier den gleichen Gedanken. Ein Anwohner erklärte mir, dass es daran liegt, dass ein Kanadier sehr wenig Urlaub im Jahr bekommt und deshalb Feiertage für Ausflüge genutzt werden. Es gab nirgendwo Parkplätze – und so bekam ich den berühmten Lake nicht zu Gesicht. Habe ich euch schon verraten, was für ein Feiertag war? Es war Kanada – Day und ehrlich, was ich dann in Banff erleben durfte, war der Hammer! Die feiern ihr Land – einfach toll!

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Überall am Straßenrand saßen Menschen und warteten auf den Umzug und der bot neben Spielmannzügen, sogar einer aus der polnischen Partnerstadt, Clowns, Stadtbilder und lustige Wagen – einfach toll. In Banff steppte der Bär – es war unglaublich und vor meinem Hotel stand ein Cadillac und ein Elvis des 21. Jahrhunderts sang im Glitzerfummel.

Den Abend verbrachte ich im Pool des Hotels und keine zwei Minuten nach mir kam ein Amerikaner mit seinen vielleicht 17 Jahre alten Sohn nach. Was war das cool, wir redeten und redeten und er fand es so toll, dass jemand aus Deutschland neben ihm im Pool sitzt und dann noch Ostdeutschland, er hatte tausend geschichtliche Fragen und schickte seinen Sohn Jason immer wieder aus dem Wasser, um den Whirlpool noch einmal anzuschalten. ich höre ihn heute, ein halbes Jahr später immer noch lächelnd sagen: „Jason, once again, please!“

Damit schließe ich Kanada für euch und hoffe, dass ihr viel Spaß beim Lesen habt und die Fotos eure Reiselust wecken.