Island 2015

Sommer 2015

Island – keine Ahnung warum es Island sein musste, vielleicht weil dort nicht jeder hinfährt, zumindest so weit und tief in das Land, wie ich es gewesen bin. Island hat mir gezeigt, dass unsere Welt lebt … Island hat mich Tränen in den Augen spüren lassen, so überwältigt war ich.  Neugierig ? Dann taucht ein in meine Reise …

Die Planung der Reise begann schon 2014 – denn im Oktober entschieden wir uns für Island als nächstes Ziel ( oder besser ich mich) und ich bestellte mir wieder einen Reiseführer von lonelyplanet. Ich stöberte doch die Seiten, markierte Stellen, die ich unbedingt sehen wollte und war einfach begeistert. aus all den Orten die mir gefielen stellte ich 12 „MUSTS“ zusammen und begann anhand einer Karte die Reise zu planen. Im Uhrzeigersinn oder lieber entgegen – das war die Frage, als ich anfing Hotels und B&B rauszusuchen. Ich blieb bei dem, was der Reiseführer mir riet: im Uhrzeigersinn und kurze Zeit später hatte ich passende Unterkünfte angemailt oder angerufen!

Der Flug von Berlin nach Keflavik war ein wenig turbulent, aber ich hatte ein gutes Buch in der Hand und war so meistens abgelenkt. In Keflavik angekommen übernahmen wir unseren Leihwagen und fuhren direkt in  unser B&B. Ich habe die letzten drei Jahre auf Reisen immer Bed& Breakfast Unterkünfte bevorzugt, weil ich dort einfach schneller und leichter den Kontakt zu den Einwohnern gefunden habe. So war es auch gleich in Keflavik. Wir schafften unsere Koffer ins Zimmer und stellten fest, 2 kleine Betten, das Zimmer auch nicht wirklich groß  – das geht ja wohl gar nicht. Ein kurzes Gespräch mit unserem Gastvater und wir bekommen ein bei Weitem größeres Zimmer und hatten ein tolles Bett! Also fragen hilft immer.

Doch meine Reiselust war geweckt, ich wollte keine Sekunde in dem Zimmer verbringen und so und so verließen wir es wieder ganz schnell. Um die Ecke fanden wir einen kleinen Laden, wo wir Getränke kaufen wollten. Mein Gott, was hat es darin gestunken … wonach? Das verrate ich euch erst später – erst einmal müsst ihr ein wenig weiterlesen ,-)

Das hier ist ein altes Lava Feld –  aus dem 13 Jahrhundert. Es war so spannend darüber zu laufen, Risse zu entdecken und irgendwie fühlte ich mich, wie auf einen anderen Planeten.

Wir fuhren zum Cafe Duus und setzen uns in die Sonne. es war bereits nach 17 Uhr und der beste Wille ließ ein langes draußen Bleiben nicht zu. Wir zogen nach 5 Minuten ins Warme. Das Essen war lecker und wir genossen den ersten Abend in Island.Nach dem Essen schlenderten wir noch ein wenig am Atlantik und kletterten auf Steinen, bevor wir total müde in unser Bett kletterten.

Das Frühstück am nächsten Morgen war nicht so toll, obwohl es alles zu essen gab, wirkte der Raum kalt und unnahbar. Die eine Kaffeemaschine stand verstopft da und obwohl ich unheimlich gern und lang am Frühstückstisch sitze, war ich froh, dass auch Geri nach kurzer Zeit los wollte.

unsere Schlafadresse
B&B Guesthouse Keflavik Hringbraut

Tag 2

Wir fuhren in östlicher Richtung wieder an den Lavafeldern vorbei und machten oft Stopps. Wir kletterten über Steinplatten, machten tolle Fotos und entdeckten in der Ferne die ersten geothermischen Felder. Der weiße Dampf sah unheimlich aus, wie er so gerade in die Luft stieg. Ich war so aufgeregt. Unterwegs entdeckten wir eine Hölle und kletterten in diese.

So offenbarte sich mir der erste, zum Baden aber viel zu heiße Hotspot. Ich war begeistert – wir schlenderten und kletterten und staunten über unserer Welt. In Island habe ich das Leben der Welt gesehen und erkannt! Der Geruch wird sich wohl für ewig in meine Sinne eingebrannt haben – ich glaube spätestens an diesem Tag habe ich mich verliebt! Verliebt in einer skurrile Natur und Gegend, verliebt in das Land Island!

Auch wenn der Reiseführer davon abrät und auf den ersten Blick die Menschenmassen auf dem Parkplatz sagen, nein nichts für mich – ich wollte in die Blaue Lagune. Da wir eh kurz vor dem Abzweig standen, führen wir hin und gingen rein. Es war irgendwo gegen ein Uhr Mittag und wir dachten, dass wir uns eine Zeit buchen und gut. Leider geht das Buchen nur online, deshalb liebe Islandreisefreunde: ohne Smartphone geht gar nichts. Man darf zwar das WLAN nutzen aber es gibt keine Computer oder so. Wir buchten uns für den gleichen Abend 19 Uhr ein und stiegen wieder in unseren „Luxusleihwagen“. Ach ja die Geschichte kennt ihr ja noch nicht. Ein Auto in Island leihen, kommt einen Kauf in Deutschland gleich. Lach, ne vielleicht nicht ganz, aber fast. Wir haben für unseren Zwergwagen ( ein kleiner Toyota) echt fast 2000 Euro bezahlen dürfen. Wenn ich da an Irland oder Schottland zurückdenke, tut das echt weh. Da wir nur zu zweit reisten, ging es, aber die Rückbank musste immer umgeklappt sein, denn dort lag der zweite Koffer!

Am Abend gegen 18.30 Uhr relaxten wir also in der blauen Lagune und es war herrlich. Natürlich blieben die Massen in der Nähe der Treppe und dort war dann auch ein Getümmel aber wir schwammen ein Stück nach vorn und dann hinten unter die Brücke und genossen einen wunderbaren Abend. Die Sonne schien fern am Himmel und war herrlich warm. Beim Schwimmen kamen wir manchmal an die Stellen, wo das heiße Wasser eingeleitet wird, echt Wahnsinn wie warm das ist!

Wenn ich jetzt so den kalten Wind draußen fühle, dann wünsche ich mir eine heiße Quelle in meinem Garten ,-)
Wir genossen so zirka 2 Stunden in den warmen Wasser und amüsierten uns über die Japaner, die ihre Handy in speziellen Tüten verpackt permanent benutzten. Sie hatten eigentlich nur ein Ziel tausende Fotos zu machen. Klar, auch ich holte irgendwann mein Iphone und machte ein paar Fotos, aber einfach nur, damit die Erinnerungen auch Farben und Bilder für alle haben.
Hier ein paar interessante Fakten:
6 Million Liter des heißen Wassers sind durchschnittlich in der Blauen Lagune. 48 Stunden braucht die Lagune um sich selbst komplett mit neuem Wasser zu befüllen , das passiert auf total natürlichem Weg. Das Lavafeld um die Lagune ist ungefähr 800 Jahre alt und das Wasser im Durchschnitt 38 Grad warm … herrlich!
Abendessen gab es übrigens wieder im Cafe Duus – ich gebe zu es war auch lecker, aber leider hat der Ort jetzt nicht so viel zu bieten. Wir suchten zwar einen bestimmten Burgershop, den der Reiseführer empfahl, aber irgendwie war der weg.
TAG 3
Koffer zu und raus ins Auto, denn heute verlassen wir Keflavik. Zum Frühstück trafen wir sehr unfreundliche Deutsche und staunten echt über deren Pläne. Sie hatten echt vor quer bis auf die Ostfjorde zu fahren und kannten die Adresse ihres B&B nicht einmal genau – aua!
Die USA war über viele Jahre militärisch sehr präsent in Island und da bei Keflavik sowieso ein altes Militärgelände ist, machten wir eine Fahrt durch dieses riesige, tote und ungenutzte Gebiet. Alte Autos, Lagerhallen und andere Relikte erinnern, dass die Zeit hier stehengeblieben ist. Das mit dem Abzug der Truppen auch der Arbeitsmarkt einbrach und dieses Gebiet zu den Ärmsten in Island gehört – daran denkt keiner.
100 Krater Park – gleich um die Ecke macht er seinen Namen alle Ehre – hunderte kleiner Krater ragen aus der Erde und erinnern an eines der ältesten Vulkanfelder – es ist vor  aus dem elften Jahrhundert. Dann ging es zur Brücke üben Kontinenten – ihr kennt sie nicht? Sie verbindet die nordamerikanische und die europäische Platte. Jedes Jahr driften diese beiden ein Stück mehr auseinander ( man sagt, so viel, wie ein menschlicher Nagel wächst – also Quizfrage: wie viele Zentimeter wächst ein Fingernagel im Jahr? .
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Weiter ging es an den Klippen entlang und urplötzlich war sie da: ein Orka Familie – Wahnsinn, mein Herz hüpfte, ganz nah an den Klippen schwammen diese 5 Wale und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie oft ich auf den Auslöser gedrückt habe. Ein Jahr davor war ich in Schottland auf dem Atlantik – gemeinsam mit einem alten Mann, dessen Gesicht von der rauhen Seeluft gezeichnet war und er erklärte mir, Mädel, wenn du auf einmal viele Vögel über dem Wasser siehst, dann schau hin und genau so war es! Zig Möwen kreisten über dem Atlantik vor Island und ich konnte meine erste Orkafamilie sehen! Selbst jetzt beim Tippen erlebe ich dieses Gefühl wieder! Unbeschreiblich!IMG_1083
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Wir fuhren für mich viel zu schnell weiter, obwohl wir bestimmt eine Stunde auf den Klippen standen und stoppten in Gradavik – zum Tanken. Dort erlebten wir allerdings eine Odyssee, denn lasst euch gesagt sein, tanken ist nicht wirklich einfach. denn es war eine Tankstelle, wo eben kein Personal war. Klar, kein Problem Karte rein und gut? Ja das dachten wir auch, aber nichts da – denn unsere Kreditkarte war schon etwas älter und hatte kein Pin. Aber auch ehe wir das mit unserem super Isländisch bemerkten, waren schon 10 min vergangen. ( heute kann ich drüber lachen) Aber in unserer modernen Welt fiel mir ein, dass ich ja für eine Kreditkarte eine Pin habe – zu Hause, also rief ich unser Kind an und sie durfte mal in den Bankunterlagen stöbern. Somit war das Problem irgendwann nach 25 min gelöst und wir tankten und reisen weiter. Wir starteten also wieder und fuhren vorbei an tollen Küstenlandschaften zum Geysir. Je näher wir dem Geysir kamen umso mehr wurde uns klar, dass diese Idee noch von unzählig Vielen an diesen Tag umgesetzt wurde, aber im Nachhinein: es war es wert. Die Erde dampfte und qualmte, aber es roch ganz anders als bei dem Hot Spots. Ich war beeindruckt und wenn man dann liest, dass der Geysir eigentlich mal viel, viel höher war und nur durch die Dummheit der Menschen ( die Steine hineinwarfen, um ihn auszulösen) auf 12 m reduziert wurde, dann fragt man sich …. Doch hier  nun ein Foto zum genießen!

Weiter ging es zum Gulfoss – wusstet ihr das er mehr Wasser transportiert als die Niagarafälle? Und das Gul für Gold steht?

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 Wir fuhren in Hauptstadt und irgendwie sagte mir mein Bauch schon, dass ich Reykjavik nicht mögen werde. Die Suche nach einem Parkplatz war ein Odyssee und die unsere Laune sank sekundlich. Endlich hatten wir einen Parkplatz entdeckt und zogen los. Aber mit uns waren auch tausende Isländer unterwegs. Sie säumten die Straßen, machen Lärm mit Trillerpfeifen und trugen Plakate – was drauf stand? Keine Ahnung mein isländisch ist gleich null ,-)
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Borganess – unser Navi hatte davon auch reichlich im Angebot, Borganess – nun ja es konnte ja nicht so weit weg sein, schließlich hatte ich geplant. Das Navi schickte uns da hin und darüber hinaus aus der Stadt wieder heraus, die Straßen wurden noch schmaler, irgendwann fehlte der Asphalt und dann sagte es: Hier seid ihr richtig. im Hintergrund eine eisige Bergkette, vor uns ein kleines, süßes Haus und ein ältere Mann. Er lächelte mich an und wir stellten fest: all die vielen Kurven, alle die steinigen Wege – sie waren umsonst. Wir waren falsch und wir mussten zurück. Was für ein Drama!  Wobei Drama – die Landschaft um uns war ein Traum und irgendwann kamen wir ja nach gefühlten 700 Kurven an dem richtigen Haus an. Okay – es wurde dann kein B&B da unser Zimer schon vermietet war, aber was soll ich sagen, wenn man im Ausgleich dafür ein 4 Sterne Wellness Hotel bekommt, schweigt der Genießer. Das Hotel selbst hatte etwas total witziges mit den heißen Quellen gemacht, denn lauter witzige blaube xxl Badewannen standen im Garten und luden zum relaxen ein. Ihr wollt es sehen? Okay – hier also meine absolute Empfehlung: schneebedeckte Berge hinter euch und das Wasser… wieder einmal 40 Grad ,-) Ich liebe Es!
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