Holocaust

 

 

Wenn Worte fehlen, ist es schwer eine Rezension zu schreiben und das wo ich doch immer rede und voller Energie bin. „Pici. Erinnerungen an die Ghettos Carei, Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück“ ist der persönliche Rückblick von Roberts Großmutter auf ihr Leben.

Robert Scheer wollte es schon lange tun, sein Großmutter Pici interviewen, fragen,wie sie ihr Leben sieht und als der 90. Geburtstag durch ist, werden aus Worte Taten. Man merkt als Leser sehr schnell, wie nah er ihr steht, wie er dieses Interview braucht, wie er die gemeinsame Zeit genießt. Pici erzählt von einer unbeschwerten Kindheit, einem Leben als 4. Tochter einer jüdischen Familie, behütet und geliebt in einer xxl Familie aufwachsend. Sie kann nicht ahnen, dass mit Hitlers Machtergreifung ihre Familie eigentlich komplett ausgelöscht werden wird, sie genießt die Schule, doch dann kommt das Grauen.

Pici erzählt so liebevoll und dann wieder so neutral und gibt zu, dass der Kopf Dinge vergisst, um sich zu schützen. Sie sagt, dass sie nie erwartet hätte, so alt zu werden und dass es so traurig ist, dass niemand mehr da ist. Sehr bewegend fand ich ihre Aussage, dass sie Geburtstage und andere Feste niemals so genießen konnte, wie vor der Zeit, denn sie hat immer rauschende Feste mit vielen Familienmitgliedern im Kopf und nach ihrer Hochzeit bestand ihre Familie tatsächlich nur aus einem Mann und einem Sohn. Noch etwas ist sehr treffend und hat mich berührt. Ihr Enkel, also derAutor Robert bekommt die deutsche Staatsangehörigkeit und sie sagt: es ist okay, es ist gut und, und das ist das, was ich meine, sie sagt ihr Deutschen heute seid anders, man kann und darf das nicht vergleichen. Wenn doch bitte alle diese Einsicht hätten, was wäre das Leben einfacher! Danke! Danke du lieb kleine, doch so große, starke Frau!

Ein Buch, das ein Lesemuss sein sollte! Es ist mit Fotos versehen und einfach wunderbar geschrieben. Es klagt nicht an, obwohl es könnte, es gibt einfach und schlicht Einblicke. Einblicke in ein normales Leben, dass durch den Wahn eines Mannes zerstört wurde. Es erzählt, warum viele Juden Kaufmänner wurden und wie es gehen muss, mit dem Verlust zu leben. Vielleicht sollten wir uns Zeiten von Fremdenhass wieder daran erinnern, dass niemand das Recht haben darf Menschen aufgrund eines Glaubens oder der Hautfarbe zu zerstören. Akzeptieren wir doch das Anderssein und nehmen es als Bereicherung.  Danke Robert für das Bereitstellen! Danke für den Einblick in deine Familie!

Der Weg zum Buch