„DIE ANTWORT AUF VIELLEICHT“

Die Antwort auf „Vielleicht“ ist, dass es ganz schnell zu spät sein kann. Das ein „Vielleicht“ dafür sorgen kann, dass man Dinge nie macht. Entweder fehlt irgendwann der Mut oder aber es ist zu spät. Zu spät für all die Träume, die man immer wieder vor sich herschiebt, für die man immer wieder Ausreden hat. Nicht erst seit meiner Krebsdiagnose lebe ich bewusst, jeder mich kennt weiß, ich habe Feuer und ich versuche so viel wie möglich zu leben. Kaum aus Mexiko zurück, stolperte ich nun eher zufällig über diesen Roman und der Grund war zum Einen, der Titel, zum anderen, weil ich weiß, wer sich hinter dem Pseudonym Hendrik Winter verbirgt und ich ihm niemals zugetraut hätte, dass es das kann. Einen Roman schreiben, einen Roman, der mich abholt, ins Buch zerrt, fesselnd die Seiten umblättern lässt und immer wieder auch erinnert. Ich denke, meine Worte, dass wenn mein letzter Tag gekommen ist, ich mich umdrehen möchte und sagen möchte, dass es geil war – das könnten die Worte von Jessi sein.

Jessi, dass ist die eine Protagonistin in diesem Roman und sie trifft Adam. Adam, der im Hotel Oma wohnt, denn das war schon immer sein zu Hause und es ist preiswert und er muss sparen. Sparen für seinen Traum, dass er den höchsten Berg der Welt besteigen möchte. Leider arbeitet er nur als Taxifahrer, der Mindestlohn würde niemals für eigene 4 Wände reichen – Taxifahrer, nun, wann seit ihr das letzte Mal Taxi gefahren? Meine letzte Taxifahrt war am 6.12.2017 und ich hätte mir gewünscht, dass Adam mein Fahrer gewesen wäre. Adam arbeitet als Krebstaxi – ja heute verdienen die Taxiunternehmen mit diesen Fahrten, Fahrten zur Chemotherapie, zur Bestrahlung. Als er diesem Morgen den Auftrag bekommt, zu Jessi Bischoff zu fahren, ahnt er nicht, dass diese Frau sein Leben verändern wird.

Jessi ist jung, sie ist auch mit Glatze schön, sie hat eine irre verrückte Freundin im Schlepptau, die ebenfalls ein Glatze und eine verdammt Berliner Schnauze hat und als sie so hinten auf der Rückbank sitzen, grübelt Adam, wer denn die Therapie bekommen wird. Er scannt, er kennt die Merkmale….

Doch Jessi ist anders, Jessi stiehlt sein Herz, sie will es nicht, klar, aber Adam, Adam muss diese Frau einfach kennen lernen. Er freut sich, dass er die nächsten 40 Fahrten ihr Begleiter sein wird. Er ahnt nicht, wie sie sein Leben verändern wird. Er erzählt ihr von seinem Traum und sie, sie kontert, sie provoziert.

„Vielleicht bedeutet möglich“, las sie die Gravur vor. „Von wem stammt der Spruch?“

„Von mir“

„Hm… ich würde eher sagen, vielleicht ist das Zünglein an der Waage von Möglich bis Unmöglich, und in welche Richtung sie sich neigt, hängt davon ab, was wir selbst bereit sind, in die Waagschale zu werfen.“

„Ist mir zu philosophisch.“

„Okay, dann erkläre mir doch bitte eines: Du planst diese Besteigung schon ewig, bereitest dich seit Jahren darauf vor, tranierst dafür, verschiebst es aber immer wieder auf später. Tendiert dein Vielleicht dann nicht eher in Richtung Unmöglich?“

Seite 66

Eigentlich habe ich am Abend nur ein paar Seiten lesen wollen, aber lieber Hendrik, du hast mich gepackt, du hast meine Hand genommen, zart, fordernd und so tief in dieses Buch gezogen, dass ich es in einem Zug lesen musste. Während des Lesens, konnte ich nach hinten auf die Rückbank schauen und Jessi sehen, ich sah die Flecken auf Omas Schürze, ich beäugte mit Adam Jessis Eltern und zweifelte kurz an meinem Verstand. Ich habe im Strandkorb das Meer belauscht und ich habe als Zuschauer dem Poetryslam gelauscht.

DANKE, danke für diese Geschichte, danke, dass du es nicht schön malst, danke, dass du verstehst und danke, dass du mir recht gibst: Das Leben ist jetzt und hier, niemand weiß, was morgen ist, darum: feiert das Leben, lebt eure Träume und genießt die Kleinigkeiten. Hört auf immer das Negative zu sehen, jeden Tag passieren so viele positive Dinge! Lebt! Denn leben zu dürfen, ist wunderbar!

PS Die Rocker, die sind so cool ! Bitte, bitte mehr und ich hätte mir einen Fahrer gewünscht, doch trotz eines winzigen Unternehmens, waren es immer wieder andere – Gott sei dank kann ich beim Fahren lesen!

Der Weg zum Buch ist ganz einfach: entweder direkt beim Verlag Bastei Lübbe oder aber ihr lauft zum Buchhändler eures Vertrauens. Ich verspreche euch, 398 wunderbare Seiten!

ISBN 978-3-404-17765-3

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