Wolfsschanze

Wie ihr wisst, ist Geschichte eines meiner Hobbys. Ich mag es einfach darüber zu lesen, zu sinnieren und stelle mir vor, wie es wäre, damals gelebt zu haben. Eine Zeit, in der ich ganz sicher nicht hätte leben wollen, zeigt schon mein Titelbild. Trotzdem kann man es nicht leugnen, Hitler gehört zu unserer deutschen Geschichte und nachdem ich bereits im Juli in den Masuren weilte, fuhr ich im November noch einmal. Die Wolfsschanze liegt 12 km von der Grenze zu Litauen entfernt und meine Vermutung war immer, dass es strategisch wertvoll war, diesen Ort dorthin zu legen. Ich wurde eines Besseren belehrt. Der Bau des Versteckes fand dort statt , weil der Statiker in der Nähe lebte.

Wie bereits im Juli, war ich auch dieses Mal von der Einsamkeit fasziniert und empfand den Herbst als die bessere Reisezeit. Ich empfand das Laufen in der riesigen Bunkeranlage wieder sehr beeindruckend. Jaroslav, ein Mann , der 30 Jahres seines Lebens mit dem Erforschen von Hitler, seinen Leben und der Funktion der Wolfsschanze verbracht hat, ging 1,5 Stunden mit uns über raschelnde Laubblätter, erklärte, wer welchen Bunker bewohnte und wie die Versorgung funktionierte. Für mich ist immer wieder faszinierend zu sehen, dass Menschen ohne all unsere moderne Technik solche Dinge bauen konnten. Die Deckendicke bei Hitlers Bunker war 6 Meter. Er hatte seine Wände, die ohnehin schon mega fett wirkten, mit einem zweiten Schutzring umlagert, so dass man 11 Meter hätte sprengen müssen, … unglaublich. 

Die  Stelle an der Graf Stauffenberg sein Attentat verübte, besichtigten wir natürlich auch. Eine Tafel erinnert an diesen Versuch einen schirr Wahnsinnigen zu stoppen. Jaroslav erzählte, dass ein Sohn des Grafen mehrmals vor Ort gewesen ist. Was mag das für ein Gefühl sein. 

Selbst so viele Jahre nach dem Ende des Krieges und dem Sprengen, kann man diese Mächtigkeit des Geländes fühlen. Das Betrachten der Bunker, das Betreten einzelner Stellen – es ist ein Gefühl, dass ich nicht beschreiben kann. Man muss es erleben. Dazu zeigte  uns unser Guide immer wieder Fotos aus den Zeiten, als die Schanze ein Ort voller Leben war. Er erzählte, dass er bis nach Spanien gereist ist, um mit Überlebenden zu reden und Fotos in sein Werk einzubinden. Nach unserer Runde, signierte er sein Buch und wir setzten uns in das Cafe. Nach einer kleinen Stärkung gingen wir noch einmal allein durch das Gelände. 

Auf dem Weg zurück nach Szczytno, stellten wir wieder fest, wie wunderschön die Masuren sind. Das Hotel Krystina bereitete uns wieder ein köstliches Dinner und der Blick aus dem Fenster über den See machte uns bewusst, wir kommen wieder. Die Masuren sind ein einzig artiger Landstrich mit wunderbaren Menschen. 

Erinnerung an Stauffenberg

Ich glaube,die Fotos zeigen die Dimension und wenn ihr das Letzte anschaut, seht ihr, wie mächtig dick die Decke war. Dieses verlängerte Wochenende 

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