Lesehighlight 2018

Es ist Oktober und ihr denkt jetzt sicher, wie kann sie denn jetzt schon ihr Highlight posten? Da kommen noch mehr als 60 Tage, also gut und gern 35-40 Bücher, die sie lesen wird und sie will uns heute hier ihr Highlight vorstellen?

Ja, auch wenn ihr denkt, es geht nicht. Es geht doch!Meine Leseerfahrúng, das Gefühl, dass ich beim Lesen dieses Buches hatte, mehr als 5000 gelesene Bücher lassen mich sogar behaupten, dass es eines der besten Bücher ist, die ich je gelesen habe. Vielleicht sollte ich einmal über eine Top 10-Liste nachdenken? Doch nun habe ich euch lange genug auf die Folter gespannt.

Mein Lesehightlight 2018 ist „ Das rote Adressbuch“ von Sofia Lundberg.

Natürlich, werden einige jetzt denken. Flo ist ja irgendwie mit Schweden verbunden. War sie nicht erst im September dort? Klar, war ich. Klar, liebe ich dieses Land, die Sprache, doch dieses Buch könnte in jedem anderem Land spielen, wenn es doch Doris als Hauptsprotagonistin hätte und diese wunderbare Art des Erzählens von Sofia – ich würde mich wieder in dieses Buch verlieben. Ja, ich bin verliebt. Verliebt in Doris, die durch die Autorin so warmherzig und liebendwert erscheint, dass man weinen muss. Verliebt in die Art, wie die Autorin mich an dem Leben von Doris teilnehmen lässt. Verliebt in jedes, noch so kleine Wort, aus diesem Roman.

Wo fange ich an?
„Ich wünsche dir von allem genug“, flüsterte sie mir ins Ohr.“Genug Sonne, die Licht in deine Tage bringt, genug Regen, damit du die Sonne schätzen kannst, genug Glück, das deine Seele stärkt, genug Schmerz, damit du aich die kleinen Freuden des Lebens genießen kannst, und genug Begegnungen, damit du Abschiede besser verkraftest.“ (S. 46)
Die Geschichte von Doris spielt in Stockholm zu Beginn des letzten Jahrhunderts, als Leser gelangt man mit ihr nach Paris, modelt für Chanel, reist über den Ozean nach Amerika. Immer auf der Suche nach dem Glück. Am Ende reist man  zurück nach Schweden. Immer ist sie irgendwie am falschen Ort und doch macht sie das Beste daraus. Trotzdem ist sie glücklich, glücklich dieses Leben gehabt zu haben und erinnert sich an all die Menschen, denen sie begegnen durfte. Denn sie ist die Letzte:
“ Jahrelang waren Beerdigungen die einzigen Feierlichkeiten, an denen ich teilgenommen habe. Jetzt finden nicht einmal mehr die statt. Ich werde mich wohl langsam mit meiner eigenen beschäftigen müssen.“……“Was für eine Musik wünschen Sie sich denn?“ „Jazz. Ich liebe Jazz.“ Doris lächelt. “ Ich wünsche mir, dass fröhlicher Jazz gespielt wird. Damit die Gäste wissen, dass es der alten Schrulle dort oben im Himmel gut geht, weil sie endlich ihre alten Freunde wiedersieht.“( S. 84)
Doris wird nicht allein sterben, es gibt jemanden, der für sie nach Schweden reist und der sich für sie auf die Suche macht. Auf die Suche nach Antworten. Doris hat immer wieder aufgeschrieben, was in ihrem Leben passierte, sie hat alte Briefe gesammelt und gibt diese und ihr altes Adressbuch in liebevolle Hände.
Sie hat ihre Erinnerungen in Fotoform in Dosen gepackt. Wird jemand nach ihr erkennen, warum es 2 verschiedene Dosen sind?
Aber Doris erinnert diesen Menschen auch daran, dass es nur dieses eine Leben gibt. Ermutigt, Träume anzupacken und so endet dieses wunderbare Buch mit den Worten: „Hast du genug geliebt?“

Adressbuch

Euch erwarten 352 Seiten, ISBN 978-3-442-314-99-7; Hardcover – erschienen bei Goldmann, August 2018 – Der Weg zum Buch

 

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