2018 zurück im Leben

Meine Lieben, sicher und hoffentlich habt ihr euch gewundert, warum es so still hier war. Ich erzähle euch , wie es dazu kam, wie mein Leben kurz still stand und alles anders wurde.  Im Januar 2017 merkte ich, wie mir immer mehr Engergie fehlte, wie meine Schulter schmerzte und rückblickend war das schon eine ganze Weile so. Also bin ich zum Arzt meines Vertrauens. Seine Antwort: „Naja, Flo, mach mal bisschen Sport!“, ein Rezept für die Pysiotherapie und das wars. Die Pysio habe ich gleich wieder beendet, denn es wurde nur schlimmer. Wieder zum Arzt, die gleiche Antwort und weil mir der Brustkorb wehtat, bekam ich ein paar Pillen für den Magen. Ende Januar/Anfang Februar stand unsere Reise nach Costa Rica an und da ich 2 Tage kaum schlucken konnte, ging ich wieder hin. Ohne mich abzuhören, bekam ich die Info, dass ich eine Speiseröhrenentzündung haben werde und ein Medikament. Ich flog nach Costa Rica, ich bekam schlecht Luft, doch ich wußte ja, ich soll mehr Sport machen und so stürmte ich jeden einzelnen Hügel und keuchte. Zuück in Deutschland bekam ich weiter schlecht Luft und kramte meinen alten Stepper heraus und quälte meinen Körper, fuhr Rad und irgendwie wurde es nicht besser. Der Arm schmerzte, der Brustkorb auch und die Aussage des Arztes war, dass ich eine schlechte Haltung habe. Eine schlechte Haltung!!! ICH??!!! Jeder,der mich kennt, weiß, dass das nicht stimmt. Ich ging weiter arbeiten und nahm ab. Bei einer Größe von 1,84 wog ich noch 58 kg. Meine Familie motivierte mich immer wieder zum Arzt zu gehen und endlich, im Mai, ging ich. Am 28. Juni bekam ich, nach vielen Stunden und furchtbaren Untersuchungen, meine endgültige Diagnose und diese hielt erst einmal meine Welt an. Meine kleine Welt, die bis dahin so völlig in Ordnung war, meine Welt mit meiner tollen Familile, mit genialen Freunden, mit einem Traumjob und einer genialen Onlinecommunity namens Thrillercafe bei Lovelybooks, sie brach mit folgenden Worten zusammen. „In Ihrem  Brustkorb sitzt ein Tumor. Der Tumor ist bösartig und 11 mal 16 cm groß.“ Er ist inoperabel. „Wenn Sie nicht sofort mit einer richtig harten 14-tägigen Chemotherapie beginnen, dann haben Sie keine 4 Wochen mehr zu leben.“ Keine vier Wochen mehr? Ich wollte Ende Juli zurück nach Kanada, ich wollte …ich wollte so viel und was ich ganz sicher nicht wollte, war eine Chemo. Ich wusste, wie meine Mama unter den Folgen gelitten hatte und wie sie immer weniger wurde und 2011 starb. Ich wusste, ich will keine Chemo. Meine Familie war da, sie fing mich auf und meine wunderbare beste Freundin Jana. Sie saß mit mir bei der Onkologin, sie hielt meine Hand, wir weinten und sie sagte das, was meine Familie sagte: „Du bist stark, du kannst alles und du schaffst das!“ In der Schweiz saß meine andere beste Freundin, ein Mensch, den ich einfach vor Jahren auf Lovelybooks getrofffen hatte. Ein Mensch, der sehr weit weg wohnt und doch so nah ist, der so tickt, wie ich! Meine Erika, sie weinte ebenso mit mir und sie machte mir Mut. Wir hatten uns erst einmal getroffen, genau im Frühjahr 2017, dass konnte niemals alles sein. Was sie alles organisierte, ihr würdet vor Neid grün werden.

Am 7.7.2017 war endlich ein Bett auf dieser Spezialstation für mich frei und am 10.7. folgten die ersten 14 Tage Chemo. 14 Tage Chemo sorgen dafür, dass du nicht mehr du bist. 14 Tage Chemo sorgten dafür, dass ich, zumindest optisch, eine andere wurde. 14 Tage Chemo sorgten dafür, dass ich reden will. Über den Hass auf den Arzt, der einfach nur Rechnungen schrieb, über den Willen zu leben. 14 Tage Chemo bedeuteten aber auch, dass jeden Tag ein anderer meiner Freunde oder Familienmitglieder an meinem Bett saß und mir Mut machte. Sie alle fuhren 80 oder mehr Kilometer, nur um bei mir zu sein! 14 Tage Chemo sorgten dafür, dass eine Schwester lachend in mein Zimer kam und meinte: „Nicht nur, dass hier immer der Bär steppt, jetzt bekommen Sie sogar schon Pakete aus dem Ausland hierher gesendet!“  DANKE!  Alle Ärzte sagten, dass ich 1,5 Jahre ausfalle und dann langsam wieder anfangen könnte zu arbeiten, wenn denn die Chemo wirkt. Die Chemo sollte bis Dezember gehen, danach 8 Wochen Bestrahlung. Ich war exakt 5 Monate nach dem Anruf, dass sie ein Bett für mich haben, wieder arbeiten. Ich habe gekämpft, ich habe nur 34 Chemos bekommen und nur 3 mal 5 Bestrahlungen. Ich bin am Leben. Ich war im Februar 2018 in Panama, noch schwach und nur mit 2cm Haaren, aber „Hallo? Ich war da“, ich war im Juni mit meiner liebsten Lieblingskollegin und Freundin Ute zu einer Weiterbildung auf Malta, ich war letzte Woche mit meinen Studenten auf Sprachreise, unter anderem in Warschau und ich fliege in 2 Tagen nach Kanada und mache genau die Reise, die letztes Jahr ausfiel.  Ich danke allen,die an mich geglaubt haben.

Ich schreibe ein Buch, ein Buch über all das, was geschehen ist und ich sage euch, wenn man kämpfen kann, dann soll man das tun. Manchmal geschehen Wunder!

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Manja Krug sagt:

    Meine Flo, mein/unser Vorbild.
    Hdgdl und einen dicken Knutscher
    Manja

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  2. sommerlese sagt:

    Liebe Flo,

    seit einigen Jahren über Lovelybooks kenne ich zumindest deinen Namen, deine Rezis und dein Logo. Ich habe dich dort vermisst, aber natürlich nicht an so einen Grund gedacht. Und bin nun höchst betroffen, was du alles erlebt und überstanden hast. Meinen ganz großen Respekt hast du sicher.
    Liebe Grüße und ich bin total stolz auf dich!
    Sommerlese

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  3. Ich danke dir aus tiefstem Herzen!

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