Lässt auch nach Tagen nicht los

„Das Maikäfermädchen“ lange lag es auf meinem SuB und ihr wisst ja wie das ist, wenn ein Buch erst einmal da liegt, da wandern so viele dazu und dann steht man, wie ich am Feiertag vor diesem Stapel und überlegt, was man als nächstes lesen mag. Da ich mit dem Titel überhaupt nichts mehr anfangen konnte, zog ich es also aus dem Regal und stellte fest, dass ich schon eine Weile nicht mehr gelesen hatte, was am Ende des 2. Weltkrieges spielte.

Eigentlich will es euch nur ein paar Fakten an den Kopf werfen, weil ich möchte, dass ihr darauf brennt das Buch zu lesen. Aber das geht nicht, also muss ich überlegen, wie ich euch mit meinen Worten überzeuge. Nun denn: Stellt euch vor, es gäbe nicht diese unzähligen Verhütungsmethoden von heute, stellt euch vor, dass Sex zum einem mit Zwang und Gewalt geschah und zum anderen, um einfach in einer furchtbaren Zeit, geprägt von Hunger und Not, Wärme zu finden. Dann kommt nach ein paar Wochen die harte Erkenntnis: schwanger – was tun?

Auf der anderen Seite gibt es eine Hebamme, die in dieser schweren Zeit wenigen Kindern auf die Welt hilft, weil es einfach die Zeit so hergibt.  Sie schleppt sich in zu großen Stiefeln, die mit Papier ausgestopft sind, zu Frauen, hilft ihnen ihr Kind z bekommen und weiß, dass sie auf die Bezahlung ewig warten wird. Ihr Magen ist ein kaltes Loch, einzig der Glaube, dass die Liebe  ihres Lebens irgendwann aus dem Krieg zurückkommen wird, erhellt ihr die Tage, spendet Mut.

Doch dann steht da Ingrid vor ihrer Tür, sie ist schwanger, sie sagt nicht warum, aber sie möchte dieses Kind nicht. Sie bietet ihr ein Schmuckstück, dieses könnte sie auf dem Schwarzmarkt in eine Stange Zigaretten, diese Stange wieder in Fleisch, Butter und Kohle tauschen – was soll sie tun? obwohl sie erst ablehnt, wird sie weich. Sie tötet dieses Leben und erzählt genau die Schritte, denn zuerst  muss sie auf dem Schwarzmarkt Äther und andere Sachen besorgen und dann ist es doch ganz leicht. Was heißt leicht? Es bricht ihr fast das Herz, als sie die kleinen angedeuteten Finger sieht und erinnert sie daran, wie gern sie mit Wolf ein Kind gehabt hätten. Ingrid wird nicht die letzte sein, der sie hilft – aber ihr Baby begräbt sie, neben der Kirche.

Das Buch hat mich so bewegt, auch jetzt denke ich so oft über Sätze nach. Man konnte beim Lesen den Hunger und die Kälte fühlen, die Not und die Angst …..

Hier ist der Link zum Buch – ich hoffe, es findet viele Leser Maikäfermädchen

 

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